Leserbrief von Achim Vogt (DpL), Gschindstrasse 33, Triesenberg

«Die Schweiz verschiebt die Einführung ihrer E-ID. Das Bundesamt für Justiz begründet diesen Schritt mit den neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz und hält wörtlich fest: «Der Sicherheitsaspekt ist höher zu gewichten als die Einführung zum ursprünglich genannten Zeitpunkt.»

Diese Einschätzung unseres Nachbarlandes lässt aufhorchen. Die Schweiz bremst wegen künstlicher Intelligenz, Deepfakes sowie Datenschutz- und Sicherheitsbedenken. Liechtenstein hingegen will – wohlgemerkt nach dem Diebstahl sensibler Daten aus dem Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen! – ausgerechnet auf die eID setzen, um die Identitätsprüfung zu verstärken. Doch ist die eID tatsächlich die richtige Lösung? Die Datenschutzstelle Liechtenstein hat im Mai 2025 am Anlass «Datenschutz goes Cinema» selbst über die schweren Folgen eines Identitätsdiebstahls aufgeklärt.

Die eID.li ist die elektronische Identitätslösung des Landes auf dem Smartphone. Sie ist bereits heute der digitale Generalschlüssel für zahlreiche staatliche Systeme und Portale. Je mehr Daten dieser Zugang erschliesst, desto interessanter wird er für Angreifer.

Das Wettrüsten zwischen Hackern und Cybersicherheit beschleunigt sich. Künstliche Intelligenz erleichtert automatisierte Angriffe und die Herstellung täuschend echter Identitätsnachweise. Zugleich ist absehbar, dass künftige Quantencomputer heutige Verschlüsselungsverfahren in kurzer Zeit knacken können. Sicherheit ist deshalb kein Zustand, der einmal hergestellt und dauerhaft garantiert werden kann.

Das Sicherheitsgefühl rund um die eID ist trügerisch. Es folgt einer paradoxen Logik: Um digitale Systeme zu schützen, soll ihnen ein digitaler Schlüssel vorgeschaltet werden, der durch die fortschreitende Digitalisierung selbst zunehmend angreifbar wird.

Technischer Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Wohl aber liegt es am Menschen, wie abhängig er sich davon macht. Ein reflektierter Umgang ist zwingend. Getrennte Systeme und Datensparsamkeit sind dabei keine technischen Details, sondern zentrale Voraussetzungen für Sicherheit.

Dass die eID in Liechtenstein in immer mehr Bereichen zum Schlüssel gemacht wird, fördert nach den jüngsten Vorfällen kein Vertrauen.

Wenn die Schweiz bei der E-ID bereits mit dieser Vorsicht vorgeht, sollte auch das kleine Liechtenstein die damit einhergehenden Risiken erkennen und entsprechend handeln. Nur so kann das verlorengegangene Vertrauen zurückgewonnen werden.»

«An das Vaterland: Können Sie mir bitte einen 👍 für den Erhalt senden, so muss ich nicht jedes Mal anrufen. Danke.«

 

 

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