Leserbrief von Jo Schädler, Bendern
Thyssen Krupp wird vollständig umstrukturiert und Geschäftsbereiche werden nach und nach abgestossen und je nach Sichtweise müssen, oder dürfen sie sich verselbständigen. Hatte der Konzern im Jahre 2012 noch 156‘850 Mitarbeiter sind es heute „nur noch“ 93‘300. Die Automobilsparte trifft es dabei besonders hart, denn die wirtschaftliche Lage in Europa ist in diesem Sektor alles andere als rosig. Die starke Konkurrenz aus China bei stetig steigenden Energiepreisen, werden uns noch Probleme in unvorstellbarem Ausmass bringen.
Wenn Bundeskanzler Merz auch noch posaunt: Russland wird „immer“ unser Feind bleiben, kann man sich ausrechnen, wohin die Reis geht. Unter diesen sehr dramatischen Umständen, hat auch die „Presta“ in Eschen zu kämpfen und sieht sich gezwungen bis zu 640 Mitarbeiter zu entlassen. Ob das das Ende der Fahnenstange sein wird, ist abzuwarten. Für die Presta ein schmerzlicher Schritt, gilt es doch für die Mitarbeiter soziale Lösungen zu finden und die intern notwendigen Umstrukturierungen zu meistern.
Und ob das nicht schon Probleme genug wären, tritt nun auch noch der Liechtensteiner Arbeitnehmerverband auf den Plan und lässt verlauten: Dass sich die Rahmenbedingungen für das Unternehmen verschlechtert haben, liesse der LANV als Argument nicht gelten und er fordert von dem arg gebeutelten Unternehmen Verlässlichkeit und es müsse die bisherigen Aussagen einhalten. Denn an diesen Aussagen würde sich das Unternehmen messen lassen müssen. Hoppla? Wenn also ein Unternehmen nichts mehr verkaufen kann und seine Kassa leer ist, muss es die Leute trotzdem beschäftigen und darf sie nicht entlassen?
Lieber LANV, wie wäre es mit folgender Aussage: Wir, der Liechtensteinern Arbeitnehmerverband LANV, kooperieren ab sofort eng mit der Presta zusammen und wir werden all unsere Kraft, unseren Intellekt und unseren Geist dafür einsetzen, dass für die entlassenden Mitarbeiter der Presta gute Lösungen, neue Arbeitsplätze, soziale Absicherung usw. gefunden werden können. An solchen Handlungen wird sich nämlich der LANV messen lassen müssen.

