Datenhoheit – wo sind unsere Daten?

Forum/Leserbrief: Achim Vogt (DpL), Gschindstrasse 33, Triesenberg

 

Im Zusammenhang mit der Gesetzesinitiative für eine nicht ausschliesslich elektronische Kommunikation mit den Behörden erklärte Regierungschefin Brigitte Haas am 3. Oktober 2025 im Landtag: «Wichtig war und ist die Gewährleistung höchster Sicherheitsstandards. Die Systeme sind so aufgesetzt, dass sie den Schutz sensibler Daten und die Integrität der Prozesse jederzeit gewährleisten.»

Am 4. März 2026 stellte ich im Landtag zur fortschreitenden Digitalisierung eine grundlegende Frage: «Wo liegen diese Daten und wer hat Zugriff darauf?» Bei der Beantwortung einer Kleinen Anfrage zur eID erklärte die Regierung beispielsweise: «Sämtliche Daten, welche im Zusammenhang mit eID.li verwaltet und eingesetzt werden, befinden sich auf IT-Systemen der Landesverwaltung oder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR).»

Sensible und systemrelevante Daten werden digital überwacht und vor unberechtigtem Zugriff geschützt. Das ist nachvollziehbar. Gleichzeitig machen wir solche Systeme über Netzwerke von aussen erreichbar. Und genau darin liegt ein Zielkonflikt: Daten, die über Netzwerke erreichbar sind oder ausgetauscht werden, sind einem Zugriffsrisiko ausgesetzt.

Der aktuelle Vorfall zeigt, dass neben der elektronischen auch die analoge Kommunikation für bestimmte Zwecke sinnvoll ist. Je sensibler die Daten, desto konsequenter muss ihr Schutz sein.

Wer Daten verwaltet, muss deren Schutzbedarf kennen und sie entsprechend absichern. Datenhoheit bedeutet auch zu hinterfragen, wo unsere Daten liegen, wer die Infrastruktur kontrolliert und über welche Systeme sie erreichbar sind. Nicht alle Daten müssen jederzeit online verfügbar sein.

Liechtenstein sollte systemrelevante und besonders sensible Daten konsequent physisch schützen und vom öffentlichen Internet trennen. Darin sehe ich den entscheidenden Weg, um Vertrauen zurückzugewinnen. Der aktuelle Vorfall gibt Anlass, entsprechend zu handeln.

 

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