Zweiterfolgreichste Unterschriftensammlung der Landesgeschichte
Das Initiativkomitee «Fristenlösung für Liechtenstein» hat seine Unterschriftensammlung mit einem aussergewöhnlichen Ergebnis abgeschlossen: Knapp 5000 Unterschriften sind zusammengekommen – das Fünffache der gesetzlich erforderlichen 1000. Damit erreicht die Initiative die zweithöchste Anzahl Unterschriften in der Geschichte Liechtensteins.
Die beglaubigten Unterschriften werden am Freitag, 31. Juli 2026 um 11.30 Uhr der Liechtensteiner Regierungskanzlei übergeben. Für das Komitee ist das Resultat ein starkes Zeichen: Dass innert der sechswöchigen Frist knapp ein Viertel aller Stimmberechtigten die Initiative unterschrieben haben, zeigt, wie gross das Bedürfnis nach einer selbstbestimmten Lösung für Schwangerschafts-abbrüche in Liechtenstein ist.
Getragen wurde die Unterschriftensammlung von zahlreichen Freiwilligen, die tagtäglich auf den Liechtensteiner Strassen präsent waren. Kein Tag wurde ausgelassen, bis zur letzten Woche. «Es gab so viele Menschen, die sich an der Initiative beteiligen wollten – und das Sammeln von Unterschriften ist das Einfachste und Beste, um selbst aktiv zu werden», sagt Samuel Schurte, der die Sammlung im Komitee koordiniert hat.
Dabei wäre es gar nicht nötig gewesen, auf der Strasse Unterschriften zu sammeln: Rund 1500 Unterschriften kamen über den Postweg zusammen. Hier gilt der Dank auch all jenen, die in ihrem eigenen Umfeld Unterschriften gesammelt haben. Dennoch war es dem Komitee wichtig, in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Neben dem Sammeln stand von Anfang an das Gespräch im Vordergrund, um Fragen zu beantworten, das Tabu um das Thema aufzubrechen, allfällige Falschbehauptungen richtigzustellen und die Sorgen der Bevölkerung aufzunehmen. Dazu kam es allerdings weniger als erwartet, schlicht, weil viele Menschen von sich aus sehr motiviert waren, ihre Unterschrift abzugeben.
Für das Komitee zeigen das grossartige Ergebnis und die unzähligen Gespräche vor allem eines: Das Tabu rund um Schwangerschaftsabbrüche, das in Liechtenstein lange herrschte, konnte ein Stück weit aufgebrochen werden. Das Thema rennt offene Türen ein. Die Menschen wünschen sich eine bessere Lösung. Und vor allem ist spürbar, dass sie abstimmen wollen.
Ein zweites deutliches Signal liefert der Lie-Barometer 2026. Die repräsentative Umfrage, die vom Liechtenstein-Institut durchgeführt wird, zeigt einen breiten Rückhalt aus der Bevölkerung:
● 62 % befürworten die Fristenlösung.
● 73 % sind mit der aktuellen rechtlichen Situation unzufrieden.
● 78 % wünschen sich eine Volksabstimmung.
Sowohl die Unterschriftensammlung als auch der Lie-Barometer zeigen deutlich, dass die Zeit für eine zeitgemässe Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen in Liechtenstein reif ist. Liechtenstein kennt zwei Souveräne, Fürst und Volk. Der breite Rückhalt zeigt, dass das Volk in dieser Frage gehört werden will.
So geht es jetzt weiter: Die Initiative wird voraussichtlich in der kommenden Landtagssitzung behandelt. Der Landtag stimmt darüber ab und entscheidet, ob die Initiative dem Volk zur Abstimmung vorgelegt wird.
Weitere Informationen zur Initiative finden Sie unter: fristenlösung.li.
Das Initiativkomitee ist für Fragen und Interviews erreichbar. Kontakt: Initiativkomitee «Fristenlösung für Liechtenstein» | Tatjana As’Ad | +423 784 46 77 | info@fristenloesung.li

