Liechtensteinische Delegation an der Sommersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats

 Strassburg. – Die Landtagsdelegation des Europarats hat vom 22. bis 25. Juni 2026 an der Plenarsitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg teilgenommen. Vertreten waren die Abgeordneten Christoph Wenaweser (Delegationsleiter), Nadine Vogelsang, Achim Vogt und Marc Risch sowie Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger.

Wahl der Stellvertretenden Generalsekretärin

Am Dienstag wählte die Versammlung Tanja Gonggrijp aus den Niederlanden zur neuen Stellvertretenden Generalsekretärin des Europarats. Sie setzte sich im ersten Wahlgang gegen ihre Mitbewerberin Marja Ruotanen-Bourdages aus Finnland durch und tritt ihre fünfjährige Amtszeit am 1. September an. Die liechtensteinische Landtagsdelegation beteiligte sich aktiv an der Wahl und führte im Vorfeld Gespräche mit beiden Kandidatinnen.

Zentrale Debatten geführt

In einer Debatte über den Zugang von Migranten und Flüchtlingen zur Gesundheitsversorgung verwies der stellvertretende Abgeordnete Marc Risch auf bestehende Defizite, wie fehlende Screenings und eine unzureichende medizinische Betreuung. Besonders betroffen seien Kinder, die häufig unter traumabedingten Erkrankungen und deren langfristigen Folgen leiden. Er appellierte an die Mitglieder der Versammlung, frühzeitige Prävention und eine bessere Versorgung zu priorisieren, da Schutzsuchende, insbesondere Familien und Kinder, konsequente Unterstützung benötigten. Zudem äusserte sich Risch in der Debatte zu Gewaltpornographie.

Beim Thema Rolle des Sportjournalismus brachte Delegationsleiter Christoph Wenaweser die Bedeutung freier und unabhängiger Berichterstattung ein. Er verwies insbesondere auf die Risiken, denen Journalistinnen und Journalisten bei der Recherche zu sensiblen Themen wie Korruption oder Spielmanipulation ausgesetzt sind. Es sei eine zentrale Aufgabe von Politikerinnen und Politikern, das rechtsstaatliche Gut der Medienfreiheit zu schützen. Nichts und niemand solle den Sport instrumentalisieren.

Der Abgeordnete Achim Vogt, der als Sportler an vier Olympischen Spielen teilgenommen hat, unterstrich in seinem Votum die verbindende Kraft des Sports. Er betonte, dass diese verloren gehe, sobald der Sport zum Schauplatz politischer Auseinandersetzungen werde. Der Sport fördere Begegnungen auf Augenhöhe, gegenseitigen Respekt und Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und könne damit dort Brücken bauen, wo der Politik Grenzen gesetzt sind.

In einer weiteren Debatte befasste sich die Versammlung mit den Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz für demokratische Systeme. Dabei wurde gewarnt, dass der regulatorische und demokratische Steuerungsrahmen mit dem Innovationstempo nicht Schritt hält. Die stellvertretende Abgeordnete Nadine Vogelsang kommentierte im Anschluss: «Künstliche Intelligenz darf die Demokratie nicht gefährden, sondern muss klar geregelt und verantwortungsvoll eingesetzt werden.»

Bedeutung für Liechtenstein

Die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Versammlung ist ein wichtiger Bestandteil des liechtensteinischen Engagements im Europarat. Die Parlamentarische Versammlung setzt sich aus Delegationen von 46 nationalen Parlamenten mit 306 Parlamentarierinnen und Parlamentariern zusammen und tagt vierteljährlich in Strassburg.

 


Bild: von links: Abg. Christoph Wenaweser, stv. Abg. Nadine Vogelsang, Abg. Achim Vogt, stv. Abg. Marc Risch im Plenum der Versammlung. (Foto: PD)


 

 

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