Lorenz Risch ist einer, der gerne dorthin schaut, wo es komplex wird. Nicht aus Lust am Schwierigen, sondern weil er überzeugt ist, dass man Herausforderungen nicht mit Schlagworten, sondern mit sauberen Grundlagen löst. Der 57-Jährige, der heute als FBP-Vizepräsident Verantwortung trägt, wirkt dabei nie aufgeregt oder bemüht um Wirkung. Eher wie jemand, der zuhört, sortiert – und dann entschieden handelt, wenn es darauf ankommt.
Dass ihm die Partei dieses Vertrauen schenkt, ist kein Zufall. Beim Parteitag im Mai in Ruggell wurde Lorenz Risch einstimmig als neuer FBP-Vizepräsident bestätigt. Einstimmigkeit ist in der Politik selten – und sie sagt viel aus: über Akzeptanz, über Glaubwürdigkeit, und über die Erwartung, dass hier jemand an einer Schaltstelle mitwirkt, der nicht spaltet, sondern verbindet. Lorenz Risch selbst steht für einen Stil, der nicht auf schnelle Pointen setzt, sondern auf Substanz. Und der genau deshalb in unruhigen Zeiten Stabilität geben kann.
Lorenz Risch ist seit Jahrzehnten mit der Labormedizin verbunden. Als Arzt, Unternehmer und Wissenschaftler hat er die Entwicklung der Labormedizin in Liechtenstein und der Schweiz massgeblich mitgeprägt. Bei all dem ist Präzision nicht Kür, sondern Pflicht. Seine berufliche Tätigkeit liess ihn viele Herausforderungen meistern und auch da zeigte sich, was ihn auszeichnet: die Begeisterungsfähigkeit für gute neue Lösungen, Ausdauer, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, in einem sich schnell verändernden Umfeld den Überblick zu behalten, ohne dabei die Menschen aus dem Blick zu verlieren. Für ihn ist Leistung kein Solo, sondern Teamarbeit. Und gute Lösungen entstehen dort, wo interdisziplinär und institutionenübergreifend zusammengearbeitet wird.
So klar sein professioneller Anspruch ist, so nahbar bleibt sein Blick auf das Leben abseits der Arbeit. Zentrum seines Lebens ist seine Familie. Vatersein klingt bei ihm nicht wie ein Nebensatz, sondern wie ein innerer Anker. Familie bedeutet für ihn nicht «wenn Zeit bleibt», sondern ein bewusstes Gegenüber zur beruflichen Verantwortung: da sein, den Tag abschliessen, Halt geben. Gerade wer viel trägt, weiss, wie wichtig diese Inseln sind.
Auch seine Art, Kraft zu tanken, ist bodenständig. Musik gehört für ihn dazu. Manchmal aktiv, manchmal einfach als Raum, in dem der Kopf still werden darf. Er spielt gerne Tennis, verbringt oft Zeit in den Bergen, geniesst gutes Essen und gute Gespräche. Und er pflegt Freundschaften nicht beiläufig, sondern verlässlich: etwa bei regelmässigen Jassrunden in Bern, bei denen es nicht um Status geht, sondern um Austausch, Humor und Gemeinschaft.
Was ihn im Kern antreibt, ist ein Zugang, der ebenso menschlich wie lösungsorientiert ist. Ein Satz bringt das gut auf den Punkt: «Bei Problemen fokussiere ich mich auf die Lösung, bei Konflikten tendiere ich dazu, eher das Verbindende als das Trennende zu sehen.» Das passt zu seiner Biografie. Und es passt zu einer politischen Rolle, in der Brücken wichtiger sind als Schlagabtausche.
Lorenz Risch steht damit für eine Haltung, die Liechtenstein gut kennt: Verantwortung übernehmen, ohne laut zu sein. Genau hinschauen, ohne zu verurteilen. Und auch dann, wenn es an die Grenzen geht – noch einen Schritt weiterdenken, damit am Ende etwas entsteht, das trägt.

