Leserbrief von Anna Meier, Dammweg 27, Bern

 

Drei Tage bevor die Zulassung zur Unterschriftensammlung für die Initiative zur Fristenlösung bei Schwangerschaftsabbrüchen in den Landtag kommt, veröffentlicht die LIEWO eine Doppelseite zur Babyklappe initiiert durch Dominik Müggler und abermals ein doppelseitiges Portrait über „schwanger.li

Müggler ist Abtreibungsgegner und setzt sich für nicht zugelassene, unwissenschaftliche Methoden zur „Rückgängigmachung einer Abtreibung“ durch einen Hormoncocktail ein, wie Recherchen von SRF investigativ offenlegen.

 „Schwanger.li“ erklärt im Interview, ergebnisoffene Beratungen für schwangere Personen anzubieten. Jedoch: In Liechtenstein sind Beratungen zu Abtreibungen durch medizinisches Fachpersonal gesetzlich verboten. Wenn wir schwangeren Personen in Notsituationen wirklich eine ergebnisoffene Beratung geben möchten, sollten wir uns umso mehr für die Fristenlösung einsetzen, die dafür den Weg bahnt.

Nach über zehn Jahren ist dieses Thema wieder auf der politischen Bühne in Liechtenstein, die Initiative zur Fristenlösung wird mit keinem Wort erwähnt. Ich hätte mir hier eine differenzierte mediale Verarbeitung gewünscht, die Bezug nimmt zum gegenwärtigen politischen Geschehen. Denn: Eine Babyklappe ist kein Ersatz für einen Schwangerschaftsabbruch.

Informationen zu Abtreibungen sind in Liechtenstein verboten. Lasst uns das hinsichtlich der suggestiven Berichterstattung vom Sonntag nicht vergessen.