Forum/Leserbrief: Martin Seger, DpL-Abgeordneter, Schaanerstrasse 12, Schaan

Herr Sele widmet mir erneut einen ganzen Kommentar. Das ist sein gutes Recht. Offensichtlich treffe ich einen Nerv. Während sich aufgrund des sogenannten „Faktenchecks“ seines Blattes zahlreiche Leserbriefschreiber beklagen, dass ihre Zuschriften nicht veröffentlicht werden, wird bei mir anscheinend jede angebliche „Falschbehauptung“ gedruckt, offenbar nur, damit sich Herr Sele danach öffentlich darüber entrüsten kann.

Nun zu den angeblich „erfundenen Gesetzesartikeln“ (VA 09.2025): Am Tag vor der Veröffentlichung führte ich ein Telefonat mit Herrn Sele. Dabei erläuterte ich ihm detailliert die Herleitung aus der Europäischen Menschenrechtskonvention, wonach Schulen weltanschaulich und religiös nicht diskriminieren oder beeinflussen sollen. Offensichtlich interessieren Herrn Sele sachliche Argumente weniger als die billige Schlagzeile vom „Gesetzesartikel-Erfinder“.

Zu meiner Aussage über die „Rosinenpickerei“: Der Landesspiegel veröffentlichte am 4. April 2026, dass 62% der Tatverdächtigen ausländischer Herkunft seien. Ich habe diese Zahl zitiert, und mein damaliger Leserbrief wurde inklusive dieser Zahl vom Vaterland veröffentlicht und hat somit offenbar den Faktencheck des VU-Hauses bestanden.

Für die Opfer spielt es keine Rolle, ob ein Täter im Inland wohnhaft ist oder als sogenannter „Kriminaltourist“ einreist. Entscheidend sind die Folgen der Tat für die Betroffenen. Gerade deshalb sollte bei der Diskussion über Kriminalität der Blick zuerst auf die Opfer gerichtet bleiben und nicht auf politische oder statistische Relativierungen.