Leserbrief von Beat Schurte,
Breiten 19, Eschen
Das Nein zu Radio Liechtenstein war kein Nein zum Service public – das mag stimmen. Aber es war sehr wohl ein Nein gegen ein System, in dem Politik, staatsnahe Institutionen und finanzielle Abhängigkeiten zu eng miteinander verflochten sind. Genau das scheint man nun wieder ausblenden zu wollen.
Wenn jetzt ausgerechnet das staatsabhängige Liechtenstein-Institut mit Umfragen den Weg für eine Neuauflage von Radio L ebnen soll, wirkt das weniger wie ein Neuanfang als vielmehr wie der Versuch, ein politisch gescheitertes Modell durch die Hintertür zurückzubringen. Die Bevölkerung hat nicht einfach „gegen Radio“ gestimmt, sondern gegen fehlendes Vertrauen in Strukturen, Führung und Finanzierung. Selbst wenn eine Mehrheit grundsätzlich ein öffentliches Medienangebot befürwortet, bedeutet das noch lange nicht, dass die Mehrheit erneut politische Einflussnahme oder eine Finanzierung unter direkter Kontrolle der Regierung akzeptiert. Genau dort liegt der zentrale Punkt.
Ein glaubwürdiger Neustart könnte – wenn überhaupt – nur unter klaren Bedingungen funktionieren: politisch unabhängig, ohne parteipolitisch geprägten Verwaltungsrat, ohne direkte Steuerung durch Regierung oder Landtag und mit transparenten, deutlich reduzierten Kosten. Denkbar wäre höchstens eine unabhängige Stiftung oder eine wirklich autonome AG mit klar definiertem öffentlichen Auftrag und strikter Distanz zur Politik.
Alles andere würde den Eindruck verstärken, dass die eigentlichen Problemverursacher aus der Vergangenheit nichts gelernt haben und auf Biegen und Brechen versuchen, das alte Modell wiederzubeleben – nur unter neuem Namen.
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