Wegweisende Live-Debatte in Triesen setzt Impulse für Liechtensteins Medienzukunft
Triesen, 12.5.2026 – Wie gut informiert ist Liechtenstein? Im Rahmen der ersten Live-Videopodcast-Produktion von podcasthus.li im Gemeindesaal Triesen versammelte sich das „Who-is-Who“ der regionalen Medienwelt. Die Debatte machte unmissverständlich klar: Unabhängige Information ist kein Luxusgut, sondern die kritische Infrastruktur unserer Gesellschaft.
Andreas Krättli, der den Abend als Organisator konzipiert hatte und als Moderator leitete, eröffnete mit einem klaren Ziel: „Wir müssen weg von der Geröllhalde destruktiver Kommentare hin zu einer konstruktiven Diskussion über unsere Zukunft.“ Es war die erste Produktion dieser Art im Gemeindesaal Triesen, die den direkten Dialog zwischen Politik, Medienhäusern und Bürgern suchte.
Ein Podium, eine Mission: Qualität sichern
Medienminister Hubert Büchel betonte die staatspolitische Pflicht: „Journalismus ist die Zentralbank der Information. Wir müssen die Rahmenbedingungen so setzen, dass Qualität gedeihen kann.“ Flankiert wurde er von Henriette Engbersen (SRG), die den Wert des öffentlichen Rundfunks als „gesellschaftlichen Klebstoff“ hervorhob, und ORF-Landesdirektor Markus Klement , der den Mut zu grenzüberschreitenden Kooperationen einforderte.
Die Stimmen der Experten: Klartext zu Förderung und Vielfalt
In der Expertenrunde wurde die liechtensteinische Situation tiefgehend analysiert:
- Gerald Hosp (Zukunft.li): Er legte den Finger in die Wunde der Finanzierung und verwies auf das „Liechtensteiner Vaterland“, das rund 80 Prozent der staatlichen Medienförderung erhält, während es gleichzeitig über eine Parteistiftung (VU) strukturiert ist. Ein Spannungsfeld zwischen öffentlicher Unterstützung und politischer Nähe.
- Johannes Kaiser (Lie-zeit): Er forderte echten Wettbewerb: „Vielfalt entsteht nur dort, wo Medienhäuser sich trauen, auch unbequeme Fragen zu stellen.“
- Dr. Marion Flatz-Mäser (Medienkommission): Unterstrich die Rolle der Aufsicht: „Wir müssen journalistische Standards nicht nur fördern, sondern konsequent einfordern.“
- Carmen Dahl (LPC): Sah den Presseclub als entscheidenden Brückenbauer, um die Vernetzung über die Landesgrenzen hinweg zu stärken.
- Thomas Mandel (Der Stammtisch): Mahnte Bodenhaftung an: „Journalismus muss dort stattfinden, wo die Menschen sind. Ehrlich und auf Augenhöhe.“
- Rita Feger (Lie24): Betonte, dass in einem kleinen Land Vertrauen das höchste Gut ist: „Glaubwürdigkeit entscheidet über unsere Existenz.“
- Sivia Abderhalden (exklusiv.li): Verwies auf die Macht der Bilder als unverzichtbaren Teil der Zeitgeschichte.
- Gregor Meier (Landesspiegel): Forderte eine Rückbesinnung auf Einordnung und Analyse statt reiner Schlagzeilenjagd.
Fazit und Ausblick: Der Abend in Triesen markiert einen Wendepunkt für den medialen Austausch im Land. Als Vorstandsmitglied des LPC zog Andreas Krättli ein positives Resümee: „Trotz unterschiedlicher Geschäftsmodelle eint uns das Ziel: Starker Qualitätsjournalismus für ein informiertes Liechtenstein.“
Der vollständige Videopodcast dieser Produktion wird in Kürze auf podcasthus.li sowie auf allen gängigen Plattformen veröffentlicht.
FOTO: Podiumsdiskussion mit Medienminister Hubert Büchel, Henriette Engbersen (SRG), Markus Klement, RF-Landesdirektor und ganz links Andreas Krättli, Managing Partner, Besitzer AK Digital Media GmbH und Mitgründer ·Podcasthus Liechtenstein als Organisator der Veranstaltung. Foto: Silvia Abderhalden.

