Leserbrief von Walter Bargetze, Poska 20, Triesen 

Mit dem Rücktritt von Armin Heidegger aus der VU und seinem Entscheid, als unabhängiger Gemeinderat weiterzumachen, zeigt sich einmal mehr, wie angespannt die politische Situation in Triesen mittlerweile ist.

Ich kann diesen Schritt zu hundert Prozent nachvollziehen. Armin Heidegger gehört für mich zu den engagiertesten Gemeinderäten, die Triesen je hatte. Er setzt sich ein, stellt Fragen und spricht Probleme offen an. Genau solche Menschen braucht eine Gemeinde.

Doch seit Monaten läuft in Triesen vieles schief. Noch vor einiger Zeit hiess es aus politischen Kreisen, man werde die Probleme nach den Landtagswahlen angehen. Passiert ist bis heute praktisch nichts. Statt Lösungen zu präsentieren, hört man Aussagen wie: „Man lässt die Vorsteherin jetzt absitzen, es gehe ja nicht mehr lange.“

Besonders bedenklich ist, dass mehrere Fälle seit Monaten bei der Regierung liegen und offenbar nichts vorwärtsgeht. Bürger, die nachfragen, erhalten immer wieder dieselbe Antwort: Das Thema werde an einer der nächsten Regierungssitzung behandelt. Doch inzwischen hört man das seit beinahe einem Jahr – ohne sichtbares Resultat.

Was mich zusätzlich beschäftigt, sind Aussagen von Politikern in der aktuellen Diskussion rund um Armin Heidegger. Gerade heute wird überall von Datenschutz, EWR-Konformität und gesetzlichen Vorgaben gesprochen. Umso mehr muss man sich fragen dürfen, ob gewisse öffentliche Aussagen über Personen überhaupt zulässig sind und ob hier mit denselben Massstäben gemessen wird wie bei normalen Bürgern.

Viele Menschen haben zunehmend den Eindruck, dass Regeln und Gesetze je nach Situation unterschiedlich ausgelegt werden. Genau das führt dazu, dass das Vertrauen in Politik und Institutionen verloren geht.

Die Bevölkerung erwartet Ehrlichkeit, Transparenz und Verantwortung. Wegschauen, Verzögern und gegenseitiges Schützen lösen keine Probleme – sie verschärfen sie nur weiter.