Leserbrief von Jo Schädler, Bendern 

Die Oreschnik; zu Deutsch Haselstrauch, ist eine Weiterentwicklung einer ganzen Reihe von RS Raketen des russischen Militärs. Sie kann in der Endphase eine Geschwindigkeit von bis zu 12.300 Km/h erreichen und hat eine Nutzlast in mehreren Sprengköpfen von bis zu 1.500 Kg. mit einem Streuradius von etwa 250 Metern. Der Radius wohlbemerkt.

Die neueste Rakete der Russen ist die RS-28 mit dem Namen „Sarmat“. Der NATO Code: „Satan 2“. Diese Rakete fliegt bis zu 25 Mach mit einer Bombenlast von 10 Tonnen, bei einer Reichweite von 18‘000 Kilometer. Dass die Russen Raketen bauen können, beweisen sie seit 1957 in Baikonur X- Mal jährlich. Die Patriot Raketen der NATO fliegen 4 Mach und haben ein Gefechtsgewicht von 850 Kg. Reichweite 160 Kilometer. Die Reichweite der vielgepriesenen Taurus Rakete der Europäer beträgt 500 Kilometer. Gefechtsgewicht von 1300 Kilogramm und fliegt mit gemütlichen 0,9 Mach.

Also mit dieser Reichweite können wir von Vaduz aus nicht sehr viel ausrichten, wollen wir unsere direkten Nachbarn nicht verärgern. Die Antwort darauf, wie weit wir mit unserem Gehabe die Russen verärgern, indem wir blindwütig unseren Neutralitätsgedanken über Bord werfen und alle westlichen Sanktionen mitgrölen, können wir mit einem Blick auf die Landkarte erfahren.

Irgendwann wird Europa wieder mit Russland reden müssen und wir werden wieder unsere Rohstoffe von dort beziehen. Immerhin ist Russland die viertgrösste Volkswirtschaft und mit 310 Tonnen jährlicher Goldförderung und 12‘000 Tonnen Goldreserven, ist es gut möglich, dass unsere Banken und unser Treuhandwesen eines schönen und wahrscheinlich gar nicht allzu fernen Tages, um jeden Rubel und jeden Barren Gold froh sein werden.

Und wenn wir mit unserer totalen Abhängigkeit von der Weltfinanz glauben, unser Richtschwert einfach über ein so grosses Land schwingen zu müssen, sollten wir seine BRICS Freunde nicht vergessen. Schon jetzt lässt Herr Karl von Helmuth Qualtinger uns eindringend und mahnend grüssen.