Lea Fehr aus Mauren ist 20 Jahre jung und hat ihre berufliche Ausbildung als Fachfrau Gesundheit EFZ mit Bravour abgeschlossen. Dank der ausgezeichneten Note von 5,3 beim Lehrabschluss an der HOCH Health Ostschweiz durfte sie sich im September 2025 auf Schloss Vaduz ins Goldene Buch eintragen lassen. Herzliche Gratulation, Lea! Im Interview geht sie auf die so wichtigen Pflege- und Gesundheitsberufe sowie auf Themen ein, welche die Zukunft der Jugendlichen betreffen.

Lea, du hast deine Lehre in der Gesundheitsbranche als Fachfrau Gesundheit EFZ an der HOCH Health Ostschweiz sehr erfolgreich abgeschlossen. War dies immer schon ein Wunschberuf von dir?
Lea Fehr: Der Gesundheitsbereich hat mich schon früh fasziniert. Ich habe als Jugendliche viele Serien und Beiträge über Medizin und Pflege geschaut und irgendwann gemerkt, dass ich nicht nur zuschauen, sondern selbst Teil davon sein möchte. Für mich war schnell klar: Ich will in einem Beruf arbeiten, der Sinn hat und bei dem ich wirklich etwas bewirken kann.
Durch deinen ausgezeichneten Abschluss mit der Note 5,3 konntest du dich ins Goldene Buch eintragen. Wie war für dich dieses Erlebnis im September letzten Jahres auf Schloss Vaduz?
Das war definitiv ein besonderer Moment. Ich hatte mir dieses Ziel schon früh gesetzt und entsprechend viel Energie investiert, um es zu erreichen. Im Schloss Vaduz zu stehen und sich ins Goldene Buch eintragen zu dürfen, war für mich nicht nur eine grosse Ehre, sondern auch eine schöne Bestätigung dafür, dass sich Einsatz und Disziplin lohnen.
Wo arbeitest du derzeit und was sind deine weiteren beruflichen sowie persönlichen Ziele?
Aktuell absolviere ich das zweijährige Studium zur diplomierten Pflegefachfrau an der HOCH Health Ostschweiz im Spital Grabs. Mein Ziel ist es, das Studium erfolgreich abzuschliessen und danach möglichst breitgefächerte Berufserfahrung zu sammeln. Ich möchte mich fachlich kontinuierlich weiterentwickeln und gleichzeitig die menschliche Seite des Berufs nie aus den Augen verlieren.
Gesundheitsberufe sind für die Gesellschaft sehr wichtig. Werden sie auch ihrer Relevanz, Verantwortung und Leistungserfordernis entsprechend entlohnt?
Es gibt definitiv positive Entwicklungen. Die Pflegeinitiative im Kanton St. Gallen war ein Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem besteht weiterhin Handlungsbedarf. Die Lohnstrukturen sind teilweise wenig nachvollziehbar: Trotz gleicher Ausbildung gibt es Unterschiede, und langjährige Erfahrung wird nicht immer entsprechend honoriert. Es kommt vor, dass Berufseinsteiger mehr verdienen als erfahrene Pflegefachpersonen. Das ist aus meiner Sicht nicht nachhaltig. Auch Themen wie die fehlende finanzielle Unterstützung für gewisse Studierende oder die Quellensteuer für in Liechtenstein wohnhafte Pflegekräfte zeigen, dass das System noch nicht ganz ausbalanciert ist. Was man fairerweise sagen muss: Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Spätdienste sind gut geregelt.
Wie können beziehungsweise sollen die Gesundheits- und Pflegeberufe gestärkt, attraktiver gestaltet und mehr gewürdigt werden?
Ein wichtiger Punkt ist die Wahrnehmung: Viele unterschätzen, wie komplex und verantwortungsvoll Pflege tatsächlich ist. Pflege ist mehr als unterstützen – sie ist ein zentraler Bestandteil der medizinischen Versorgung. Ich denke, es braucht mehr Transparenz und Aufklärung darüber, was Pflege wirklich bedeutet. Gleichzeitig müssen Arbeitsbedingungen und Entlohnung so gestaltet werden, dass sie der Verantwortung des Berufes gerecht werden. Wertschätzung darf nicht nur verbal stattfinden, sie muss sich strukturell widerspiegeln.
Von den Pflegeberufen zur Politik: Werden die Jugendlichen in ihrer Meinungsbildung ausreichend gehört beziehungsweise wird ihre Meinung in die Entscheidungsprozesse integriert?
Ich verfolge politische Themen aktuell eher selektiv. Grundsätzlich habe ich aber den Eindruck, dass die Perspektive junger Menschen noch stärker berücksichtigt werden könnte – gerade bei Themen, die unsere Zukunft direkt betreffen.
Was machst du in der Freizeit? Welches sind deine Hobbys?
Ich lege grossen Wert auf Ausgleich, besonders, weil der Berufsalltag in der Pflege intensiv sein kann. Ich verbringe viel Zeit mit Freunden, um abzuschalten und Energie zu tanken. Seit 16 Jahren bin ich zudem im TV Eschen-Mauren im Geräteturnen aktiv. Und wann immer es möglich ist, reise ich gerne, um neue Orte und Perspektiven kennenzulernen.
Danke, Lea, für dieses sehr interessante und sympathische Gespräch.


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