Der Motocross-Sport hat in Liechtenstein eine lange und recht erfolgreiche Tradition. Schon die Brüder Manfred und Ronald Schurti waren in den 1960er-Jahren mit ihren blau-roten Trikots auf den Rennstrecken unterwegs. Später kamen weitere Racer dazu wie zum Beispiel Thenny Negele, Heinz Kindle, Alexander Marxer, Eric Marxer, Beat Erne, Aegidius Hoch, Pascal Frommelt und Luca Bruggmann, um nur einige zu nennen. Seit knapp zwei Jahren ist mit Lyonel Reichl ein junger Triesenberger das Liechtensteiner Aushängeschild in Sachen Motocross.
Der inzwischen 19-jährige Reichl kann trotz seines jungen Alters schon beachtliche internationale Erfolge vorweisen. So belegte er 2025 den 6. Gesamtrang beim ADAC Youngster Cup und Platz 10 in der EM-Jahreswertung der 250er-Klasse. Zudem feierte Reichl als Gastfahrer sein WM-Debüt in Tschechien mit einem starken 15. Rang.
Auch in dieser bereits laufenden Saison will Lyonel Reichl in den Europameisterschaftsrennen EMX 250 und beim ADAC-MX Youngster Cup Top-Ergebnisse erzielen. Der Triesenberger ist professionell unterwegs, fährt für das deutsche Sarholz-Racing Team und zwar mit einer KTM-Rennmaschine.
Der Auftakt zur EMX 250 ist erfolgt. Da hast die Ränge 12 und 17 in Andalusien sowie 6 und 7 in Frauenfeld belegt. Dazu kommt ein starker 5. Platz beim ADAC-MX Youngster Cup in Grevenbroich. Wie zufrieden bist du mit den ersten Rennen?
Lyonel Reichl: Auf die ersten beiden Rennen der EMX 250 blicke ich mit gemischten Gefühlen zurück. Die Resultate spiegeln nicht das wider, was mein Team und ich erwartet haben. Zumindest kann ich sagen, dass ich vom Speed her ganz gut dabei bin. Leider tue ich mir noch schwer, alle Puzzleteile zusammenzusetzen. Konkret fiel es mir schwer, einen Lauf vom Start bis ins Ziel fehlerfrei durchzuziehen.
Der Erfolg steht an erster Stelle
Du fährst, wie schon im vergangenen Jahr, für das deutsche Sarholz-Racing-Team, wie fühlst du dich dort?
Ich habe das gleiche Setup wie letztes Jahr, und das Zusammenspiel zwischen dem Team, meinem Trainer Christoph Selent und mir funktioniert sehr gut. Ich fühle mich sehr wohl, und wir alle arbeiten in dieselbe Richtung. Der Erfolg steht an erster Stelle.
Du hast im vergangenen Jahr die Rennmaschine gewechselt und bist von Husqvarna aus KTM umgestiegen. Hat sich dieser Wechsel gelohnt?
Der Wechsel fiel mir leicht, da die Motorräder grundsätzlich identisch sind. Die KTM ist lediglich einen Zentimeter höher, was für mich aber kein Problem war. Ansonsten merke ich keinen Unterschied, da die Motorräder ohnehin auf mich abgestimmt sind.
Dein Teamchef Andre Sarholz erwartet in dieser Saison Podiumsplätze in der EMX 250 und beim ADAC Youngster Cup von dir. Sind deine persönlichen Ziele ähnlich hoch?
Natürlich sind die Erwartungen aufgrund der Resultate vom letzten Jahr sehr hoch. Ich selbst möchte einfach bei jedem Rennen das Maximum herausholen und möglichst weit vorne platziert sein. So werden auch die guten Ergebnisse folgen.
Die Erwartungen sind sehr hoch
Wo siehst du deine Stärken und in welchen Bereichen kannst du dich noch verbessern?
Eine kleine Schwäche von mir ist die Rennintensität, um am Anfang der Rennen mitgehen zu können. Dafür liegt meine Stärke darin, zum Schluss der Rennen nicht abzubauen. So kann ich meistens am Schluss noch einige Plätze gutmachen.
Du bist nun praktisch als Profi unterwegs. Der Motocross-Sport ist recht teuer. Wie finanzierst du das Ganze?
Ich bin auf die Unterstützung von Sponsoren, Gönnern sowie des LOC angewiesen, genau wie auf die Unterstützung meiner Familie, ohne die es noch nicht gehen würde. Über zusätzliche neue Sponsoren würde ich mich sehr freuen.
Zum Motocross durch den Onkel
Wie bist du zum Motocross-Sport gekommen und wer unterstützt dich auf deinem Weg?
Ich bin durch meinen Onkel zum MX-Sport gekommen, der früher auch amateurmässig Motocross gefahren ist. Seither hat sich der Aufwand immer mehr gesteigert, und ich wurde immer von meiner Familie unterstützt. Im Lauf der Zeit sind viele Freunde und auch Sponsoren hinzugekommen, die mich nach Kräften fördern. Meine wichtigste Stütze ist mittlerweile mein Trainer, der alles für mich organisiert und plant.
Du bist oft im Ausland unterwegs und somit selten zu Hause. Bleibt für dich überhaupt noch Zeit für andere Tätigkeiten neben dem Motocross-Sport?
Praktisch mein ganzes Leben richtet sich nach dem Sport. Ich verbringe die meiste Zeit in einer Trainingsgemeinschaft mit zwei weiteren Fahrern. In unserer Freizeit unternehmen wir auch mal etwas gemeinsam, wir gehen zum Beispiel Top-Golf, in die Tennishalle oder auch einmal ein Eis essen. Erholung sowie die Reisen sind ein grosser Teil des Ganzen.

Lyonel Reichls Rennkalender 2026:
18./19. April
Pietramurata (ITA) EMX 4
9./10. Mai
Dreetz (GER) ADAC 2
16./17. Mai
Bitche (FRA) ADAC 3
30./31. Mai
Teutschenthal (GER) EMX 5
6./7. Juni
Kegums (LAT) EMX 6
13./14. Juni
Tensfeld (GER) ADAC 4
20./21. Juni
Montevarchi (ITA) EMX 7
27./28. Juni
Agueda (POR) EMX 8
25. /26. Juli
Loket (CHE) MX2
1./2. August
Lommel (BEL) EMX 9
8./9. August
Gaildorf (GER) ADAC 5
15./16. August
Uddevalla (SWE) EMX 10
29./30. August
Vellahn (GER) ADAC 6
23./24. August
Arnhemw (NED) EMX 11
5./6. September
Afyonkarahisar (TÜR) EMX 12
26./27. September
Fürstlich Drehna (GER) ADAC 7


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