Viele Gefahrentage trotz wenig Schnee- Abschlussbericht der Saison 2025/26
Die Schneemengen während der vergangenen Saison liessen zu wünschen übrig und zeigen im langjährigen Messvergleich tiefe Werte auf. Trotzdem gab es aufgrund der instabilen Schneedecke einige Tage mit hoher Lawinengefahr. Bei der Saisonabschlusssitzung des Liechtensteinischen Lawinendienstes zeigten die präsentierten Daten der Schneemessung dieses Winters interessante Zahlen.
Insgesamt lag die Neuschneesumme in der gemessenen Zeit von Anfang November bis Ende April auf 1610 m ü. M. mit insgesamt 457 cm auf einem eher tiefen Niveau und so knapp 2 Meter unter dem langjährigen Durchschnitt von 647 cm. Auch die maximale Schneehöhe lag mit 105 cm unter dem Durchschnitt von 122 cm und wurde erst durch den Niederschlag Ende Saison, am 1. April 2026, erreicht.
Ein neues Minimum zeigten die Messwerte bei der Anzahl Neuschneetagen, mit nur 46 Tagen schneite es seit dem Winter 1972/73 nie so selten wie diese Saison, der bisherige Durchschnitt liegt bei 68 Tagen. Auch die höher gelegene Messstation (1976 m ü. M.) zeigte ähnliche Werte: Die Neuschneesumme erreichte hier 657 cm, was knapp 1 Meter unter dem langjährigen Durchschnitt ist. Die Anzahl der Neuschneetage beliefen sich zwar auf 11 mehr wie bei der tiefer gelegenen Messstation, aber auch dieser Wert liegt nahe am Minimum von 54 Tagen.
Lawinengefahr nicht zu unterschätzen
Aufgrund der langen Perioden ohne Niederschläge ergab sich ein schlechter Schneedeckenaufbau, was an mehreren Tagen zu erhöhter Lawinengefahr führte. An sechs Tagen galt die Gefahrenstufe 4 (gross) während an 50 Tagen (28 %) die Gefahrenstufe 3, erheblich, zu verzeichnen war. Insgesamt mussten während der Saison aus Sicherheitsgründen folgende Massnahmen getroffen werden: einmal wurde die Sperrstufe A erlassen sowie der Sassweg gesperrt, zweimal musste der hintere Teil der Langlaufloipe in Steg gesperrt werden.
Evakuationsübung mit grosser Beteiligung
Die praktische Weiterbildung des Lawinendienstes wurde in diesem Jahr gross angelegt. So trainierten am Mittwoch, 18. März 2026, insgesamt rund 40 Einsatzkräfte die Abläufe einer Evakuation bei sehr grosser Lawinengefahr. Gemeinsam mit der Bergrettung, der Landespolizei (Alpinpolizei), dem Gemeindeschutz Triesenberg sowie den Bergbahnen Malbun AG konnte die Zusammenarbeit gefestigt und koordiniert werden. Die gut organisierte Übung war sehr wertvoll und zeigte auf, wo Schwachstellen oder Unklarheiten sind und wie diese für zukünftige Ereignisse behoben werden können.
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