1:2: Liechtensteins Frauen Nationalteam mit bisher bester Leistung gegen Estland
Liechtensteins Frauen Nationalteam verliert das WM-Qualifikationsspiel auswärts gegen Estland knapp mit 1:2. Eine disziplinierte, engagierte und ganz allgemein starke Teamleistung wurde leider nicht mit einem durchaus verdienten Punkterfolg belohnt.
Es sollte nicht sein. Liechtensteins Frauen waren in Tallinn gegen Estland sehr nahe am ersten Punktgewinn in einem WM-Qualifikationsspiel. Ein Gegentor kurz vor der Halbzeit und eines kurz vor Spielende besiegelten jedoch die bittere Niederlage für ein Team, das einmal mehr zeigte, was in ihm steckt und wie lernfähig es ist. „Wir haben sehr viel von dem umgesetzt, was wir angeschaut haben. Die Spielerinnen haben nach dem letzten, schwierigen Zusammenzug viel dazugelernt und das macht mich stolz“, zeigte sich Nationaltrainerin Adrienne Krysl beeindruckt von der Leistung ihres Teams. Kassierte Liechtenstein in den ersten beiden Spielen der WM-Qualifikation jeweils sehr frühe Gegentore, wurde der Fokus gegen Estland darauf gelegt, zuerst einmal die Null zu halten. Gegen feldüberlegene Estinnen gelang das sehr gut. Es mussten nur wenige Chancen zugelassen werden, und wenn es einmal gefährlich wurde, war Torhüterin Marcia Bischofberger zur Stelle. Je länger das Spiel dauerte, desto höher konnten sich die Liechtensteinerinnen positionieren und es durfte bereits daran gedacht werden, ohne Gegentor in die Halbzeitpause zu gehen. Ein Foul knapp innerhalb des Strafraums führte dann aber in der 44. Minute zu einem Elfmeter, den Estland zur Pausenführung verwerten konnte.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit präsentierte sich das Liechtensteiner Kollektiv hellwach und kam schon fünf Minuten nach Wiederbeginn zum Ausgleich durch Joy Steck. Ideal eingesetzt von Vanessa Wenger traf die Offensivspielerin von der Strafraumgrenze zum umjubelten Ausgleich unter die Latte. Knapp zehn Minuten später verbesserten sich Liechtensteins Chancen auf einen Punktgewinn sogar noch, denn nach einer Notbremse an Katharina Risch flog eine Estin vom Platz. In der Folge blieb das Heimteam aber trotz Unterzahl spielbestimmend, während Liechtenstein zahlreiche gefährliche Aktionen setzen konnte. „Wir hatten viele Offensivaktion, gute Umschaltmomente und gute Balleroberungen. Die Spielerinnen haben heute gezeigt, dass wir auch offensiv mithalten können“, so das positive Fazit von Adrienne Krysl.
Eine etwas strittige Situation führte schliesslich wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit zum Siegtreffer für Estland. Kapitänin Sophia Hürlimann wollte einen etwas zu lange geratenen Pass Estlands für Torhüterin Marcia Bischofberger durchlassen, wurde jedoch robust abgedrängt und kam dabei zu Fall. Ihre Gegenspielerin schnappte sich die Kugel und traf aus fünf Metern zum 2:1. Ein durchaus vermeidbarer Gegentreffer. Eine letzte Chance zum nochmaligen Ausgleich fand schliesslich in der Nachspielzeit Katharina Risch vor. Sie zog vom rechten Strafraumeck beherzt ab, sah ihren Schuss von der Torhüterin Estlands allerdings gerade noch geklärt. Joy Steck, der in ihrem dritten Länderspiel das erste Tor gelang, sprach nach Spielende davon, dass von Anfang feststand, dass es kein einfaches Spiel werden würde, „aber wir sind bis zum Schluss drangeblieben und haben gekämpft. Es hat leider nicht gereicht, dennoch bin ich mega stolz auf das, was wir heute geleistet haben.“
Liechtensteins Frauen Nationalteam zeigte die bisher beste Leistung in der WM-Qualifikation und hätte den historischen ersten Punktgewinn in diesem Wettbewerb durchaus verdient gehabt. So steht jedoch nach einer tadellosen Leistung eine bittere Niederlage zu Buche. Das Spiel gegen Estland darf dem Team aber Mut machen, nach der Nations League auch in der WM-Qualifikation schon bald zum Erfolg zu kommen.
Im anderen Spiel der Gruppe C1 mussten sich die Tabellenführerinnen aus Bosnien & Herzegowina auswärts überraschend gegen Litauen mit 0:2 geschlagen geben. (mitg.)
BILD: Liechtensteins Frauen Nationalteam vor der WM-Qualifikation gegen Estland am 14.4.2026.Foto: LFV / Gebril Hassan

