Forum: Patrick Risch, stv. Landtagsabgeordneter der Freien Liste
Es ist wieder einmal das Wunder des unerwarteten Geldsegens passiert: Das Land weist einen unerwarteten Gewinn von 331 Millionen Franken aus – obwohl vorletztes Jahr für 2025 ein Verlust von 17 Millionen Franken prognostiziert worden war.
Doch etwaige Begehrlichkeiten seitens der Bevölkerung, von Organisationen oder des Landtages werden sofort im Keim erstickt. Bevor Vorfreude aufkommen könnte, dass wir dank dieses unerwarteten Gewinns endlich Geld in die Gesellschaft oder in zurückgestellte Projekte investieren könnten, wird sofort der Mahnfinger seitens der Regierungschefin gehoben: Wir dürften jetzt nicht übermütig werden.
Seit Jahren hören wir dieselbe Leier: Wir müssten sparen, denn es kämen schlechte Zeiten auf unser Land zu. Ich kann und will das gar nicht mehr hören – und glauben kann ich es mittlerweile auch nicht mehr.
Organisationen, in denen tagtäglich viele Menschen aus Liechtenstein unzählige Ehrenamtsstunden leisten, klopfen jedes Jahr bei Land und Gemeinden an, um finanzielle Unterstützung zu bekommen oder um ein Herzensprojekt zu finanziert zu bekommen. Viele dieser Anträge schaffen es nicht einmal in die Budgetdebatte des Landtages. Sie werden von der Regierung erfolgreich abgewehrt, bevor sich die Abgeordneten überhaupt damit auseinandersetzen können. Die Gefahr scheint der Regierung zu gross zu sein, dass der Landtag übermütig wird und mehr Geld in Soziales, Umwelt oder die Gesellschaft investiert, als der Regierung lieb ist.
Mein Herzenswunsch an die sparwütige Regierung wäre daher, dass dieser unerwartete Gewinn vollständig in Projekte aus den Bereichen Soziales, Umwelt, Sport, Kultur und weitere auf den ersten Blick nicht gewinnbringende Vorhaben fliessen lässt.
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