Wolf, Biber, Fischotter – wie weiter
mit den Rückkehrern?
Die Demokraten pro Liechtenstein (DpL ) widmen die Aktuelle Stunde im Mai-Landtag 2026 den Vor-und Nachteilen einer Rückkehr von Wolf, Biber, Fischotter und stellen die Frage «Wie weiter mit den Rückkehrern?»
Die Rückkehr und Ausbreitung geschützter Wildtierarten wie Wolf, Biber und Fischotter ist eine Entwicklung, die in vielen Teilen Mitteleuropas zu beobachten ist. Auch Liechtenstein ist von dieser Dynamik betroffen, sei es durch direkte Nachweise im Landesgebiet oder durch Vorkommnisse in unmittelbarer Grenznähe. Aufgrund seiner geografischen Lage, der Kleinräumigkeit des Staatsgebiets und der engen Verzahnung von Siedlungsraum, Landwirtschaft, Gewässern und Infrastruktur steht Liechtenstein dabei vor spezifischen Herausforderungen, die sich von jenen grösserer Staaten unterscheiden.
Der Biber ist im Land bereits etabliert und beeinflusst insbesondere die Rheinvorländer, Seitengewässer und Feuchtstandorte. Seine Aktivitäten wirken sich auf die Gewässerstruktur, die Uferbereiche und teilweise auch auf landwirtschaftliche Nutzflächen aus. Beim Wolf wurden in den vergangenen Jahren einzelne Durchzüge dokumentiert, jüngst kam es gar zu Rissen im Siedlungsnähe und Entwicklungen in der Region zeigen, dass eine dauerhafte Etablierung künftig nicht ausgeschlossen werden kann. Der Fischotter wiederum breitet sich entlang des Alpenrheins zunehmend aus, und erste Nachweise machen deutlich, dass auch Liechtenstein mittelfristig von einer erhöhten Population betroffen sein wird.
Diese Entwicklungen berühren verschiedene Zuständigkeitsbereiche des Landes: die Landwirtschaft, die Fischerei, den Natur- und Landschaftsschutz, die Gewässerökologie, die Raumplanung, den Hochwasserschutz, sowie die öffentliche Verwaltung insgesamt. Aufgrund der engen räumlichen Verhältnisse und der grenzüberschreitenden Ökosysteme ist Liechtenstein zudem in besonderem Masse auf eine koordinierte Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten angewiesen. Monitoring, Datenaustausch und abgestimmte Vorgehensweisen sind zentrale Voraussetzungen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.
Aus den oben angeführten Gründen möchten die Demokraten pro Liechtenstein die Aktuelle Stunde im Mai nutzen, um über die Vor- und Nachteile einer Rückkehr dieser Wildtiere zu sprechen und laden die anderen Parteien, sowie die Regierung ein, sich über folgende Fragen Gedanken zu machen und freuen uns auf eine angeregte Diskussion:
- – Wie wollen und können wir zukünftig mit dieser Rückkehr von Wildtieren umgehen?
- – Welche kurz-, mittel und langfristigen Ziele sollte Liechtenstein im Wildtiermanagement verfolgen?
- – Welche Prioritäten ergeben sich aus der Kleinräumigkeit des Landes und der engen Verzahnung von Siedlungs-, Landwirtschafts- und Naturräumen?
- – Wo wird Handlungsbedarf in dieser Problematik gesehen?

