Forumsbeitrag des VCL Verkehrsclub Liechtenstein (VCL)
Es ist wieder mal Frühling und wie immer heisst das für viele Allergiker: “Oh nein, es ist wieder Heuschnupfen-Zeit”! Die Pollen fliegen, die Nase läuft, die Augen brennen und sogar der Gaumen juckt. Es wird also fleissig gehustet und geschnuddert. Nicht so schlimm – denken viele! Geht ja wieder vorbei! Klar, dem ist so.
Was aber die meisten nicht wissen, dass die Pollenallergie durch die Umweltbelastung drastisch verstärkt wird. Feinstaub (z.B. durch Reifenabrieb) und andere Luftschadstoffe (wie Stickstoffdioxide aus dem Auspuff) machen Pollen aggressiver und verstärken deren Wirkung auf den menschlichen Körper. Dieser Effekt wird aktuell durch die Kombination aus einer sehr intensiven Pollensaison (insbesondere Birke und Esche) und der Umweltverschmutzung verschärft. Man spricht hier von einem Synergieeffekt: Pollen und Umwelt! Die Wechselwirkung findet auf zwei Ebenen statt:
Pollen werden „aggressiver“: Schadstoffe wie Stickstoffdioxide und Ozon verändern den Allergengehalt der Pollen, was beim Menschen zu heftigeren allergischen Reaktionen führt. Schleimhäute werden empfindlicher: Feinstaubpartikel reizen die Atemwege und machen sie aufnahmefähiger für Allergene. Die Partikel können sich zudem direkt an Pollen anlagern und so als „Transportmittel“ tiefer in die Lunge gelangen!
Normalerweise bleiben Pollen in den oberen Atemwegen (Nase und Rachen) hängen, was zu Heuschnupfen führt. Wenn sich jedoch winziger Feinstaub an die Pollen heftet, hat dies eine direkte Reaktion zur Folge: Anstatt nur einen Schnupfen auszulösen, setzen sie ihre allergieauslösenden Eiweisse (Allergene) direkt im Lungengewebe frei. Das ist der Grund, warum viele Allergiker bei hoher Feinstaubbelastung nicht nur unter brennenden Augen und Niesen, sondern auch verstärkt unter Atemnot, Husten oder allergischem Asthma leiden.
Die pragmatische Lösung wäre so einfach. Öfters einfach mal zu Fuss, mit dem Rad oder mit Bus gehen resp. fahren und vor allem bei Kurzstrecken (unter 5 km) konsequent aufs Auto verzichten und somit viel weniger Schadstoffe produzieren.
Bild: Abgase

