Leserbrief von Beat Schurte, Breiten 44, Eschen
Unter «Parteienbühne» im Liechtensteiner Vaterland vom 3. März fordert Tanja Cissé mehr Solidarität beim Asyl- und Migrationspaket. Solidarität ist wichtig – doch sie darf nicht losgelöst von Realität, Kosten und Erfahrungen der Nachbarstaaten diskutiert werden. Wer Verantwortung trägt, muss Humanität mit Tragfähigkeit verbinden und darf die finanziellen und gesellschaftlichen Folgen nicht ausblenden.
Humanität ja – aber nicht um jeden Preis und schon gar nicht ohne Realitätsprüfung. Wer die Lage in den Nachbarstaaten betrachtet, sieht überlastete Strukturen, Integrations-probleme und steigende Kosten. Das sind keine «Angstbilder», dies sind Fakten. Das Dublin-System wird gern als ordnender Rahmen zitiert, funktioniert aber seit Jahren nicht mehr. Darauf trotzdem politische Versprechen aufzubauen, ist fahrlässig. Liechtenstein muss nicht Vorreiter grenzenloser Grosszügigkeit sein. Auch als Staatsangestellte oder Mandatsträger trägt man Verantwortung für die öffentlichen Finanzen. Der Zahltag kommt nicht automatisch – Steuergeld wächst nicht auf Bäumen. Wer Solidarität fordert, muss ehrlich sagen, was sie kostet und wer sie trägt. Verantwortung bedeutet, Humanität und finanzielle Tragfähigkeit zusammenzudenken – nicht nur wohlklingende Prinzipien zu vertreten.




