Wenn Angstschweiss zu Buchstaben gefriert

Leserbrief von Norbert
Obermayr, Mauren

 

Angst ist, wenn sie nicht auf eine reale Gefahr beruht, immer ein schlechter Ratgeber. Sehr viel Angst scheint im Land vorherrschend zu sein, denn sehr schnell ist jemand zur Stelle, der sagt, warum etwas nicht geht. So geschehen jetzt auch beim Postulat zu einem Ausleitkraftwerk.

Kann die DpL etwas richtig machen? Entweder man schimpft sie, Zuckerwatte zu verteilen, oder man bemüht gleich 7 Umweltverbände, um etwas schlecht zu reden. Haben sich tatsächlich alle die angeführten Verbände dagegen ausgesprochen? Konnten sich diese in der kurzen Zeit tatsächlich umfassend mit den Auswirkungen beschäftigen? Es gibt ein gemeinsames Schreiben, in dem auf einige problematische Bereiche hingewiesen wird. Einige Probleme werden aber auch bereits im Postulat angeführt, das damit einen ganzheitlichen Blick auf das Vorhaben wirft. Wie wäre es, wenn zuerst einmal der positive Aspekt aufgenommen worden wäre, und Lösungen angeboten werden, wie dies zu realisieren wäre. Alle Einwände sind normalerweise so lange zu falsifizieren, bis sie entkräftet sind. Erst dann fällt das Vorhaben. Eine Lösung, die nur Vorteile hat, wird es nicht mehr geben.

Diese Mühe macht sich die Vaterland-Journalistin auch nicht. Negative Stimmung, möglichst gleich von Anfang an, ist der erste Teil der Manipulation der Bevölkerung. Verstärkt wird das im zweiten Teil, indem man die Umweltverbände als Experten heranzieht, ohne jedoch auf konkrete Einzelheiten einzugehen. Pauschalaussagen hinsichtlich der möglichen Zerstörung von einzigartigem Lebensraum sind so ohne Substanz; dem wäre entgegenzuhalten, dass damit auch ein wesentlicher Lebensraum neu geschaffen werden würde, und dass damit auch die Energiebilanz ganz wesentlich verbessert werden würde. Aber auch das muss klein geredet werden, «denn, so schliesst sie messerscharf, nicht sein kann was nicht sein darf».

In diesem Zusammenhang kann die Überschrift des Artikels von David Sele vom 26. August zitiert werden: «Da verstehe ich es gut, wenn die Leute langsam bösartig werden». Das Vaterland outet sich immer und immer wieder als Parteizeitung, die alles ausserhalb der VU schlecht redet.