Schlecht auf zivilisationsbedingte Gefahren vorbereitet
Der Klimawandel, die damit verbundene Energiewende und politische Unsicherheiten erhöhen auch das Risiko von Energiemangellagen. Mit dem Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energieträger und dem gleichzeitigen Ausstieg aus der Kernenergie wird die Stromproduktion in Europa volatiler. Der Importbedarf insbesondere im Winterhalbjahr wird in der Schweiz und in Liechtenstein steigen. Da auch andere europäische Staaten mit einem erhöhten Strombedarf rechnen, stellt sich die Frage, von wem wir Strom importieren können. Für die Schweiz kommt erschwerend hinzu, dass bisher kein Stromabkommen mit der EU abgeschlossen wurde. Liechtenstein gehört zur Regelzone Schweiz und ist bei Strommangellagen mitbetroffen. Auch die Wahrscheinlichkeit von Blackouts – also plötzlichen, grossflächigen Stromausfällen – nimmt zu. Andere zivilisationsbedingte Gefahren wie Pandemien, Cyberattacken oder bewaffnete Konflikte stellen ebenfalls eine direkte oder indirekte Bedrohung für Liechtenstein dar. Da viele dieser Krisen von einem Kleinstaat nicht alleine bewältigt werden können, sind eine gute Vernetzung und ein enger Austausch mit den Nachbarstaaten zentral. Zudem sollte die finanzielle Absicherung für Krisenzeiten verstärkt werden, beispielsweise durch einen Beitritt zum Internationalen Währungsfonds.Mehr Engagement der Bevölkerung nötig
Im Gegensatz zu unseren Nachbarländern kennt Liechtenstein keine allgemeine Wehr- oder Dienstpflicht – weder für eine Armee noch für andere Schutzaufgaben. Während die Feuerwehren relativ gut ausgebildet und ausgerüstet sind, bestehen in anderen Bereichen des Bevölkerungsschutzes personelle Lücken. Um diese Lücken zu schliessen, schlägt Zukunft.li die Schaffung einer speziell auf Liechtenstein zugeschnittenen, freiwilligen Grundausbildung im Bevölkerungsschutz vor. Diese Ausbildung soll sinnstiftend und attraktiv sein, damit das Angebot von möglichst vielen Personen angenommen wird.Wer die Ausbildung absolviert hat, soll verpflichtet werden, sich für eine gewisse Zeit entweder in einer bestehenden Hilfsorganisation zu engagieren oder sich in einen Reservistenpool eintragen zu lassen. So kann sichergestellt werden, dass im Bedarfsfall schnell Hilfskräfte mobilisiert werden können. Sollte dieser Ansatz nicht zum notwendigen Sollbestand führen, empfiehlt Zukunft.li die Einführung einer Dienstpflicht. Schliesslich gehört der Schutz der Bevölkerung nach Ansicht von Zukunft.li zu den wichtigsten Aufgaben eines souveränen Staates. (Thomas Lorenz & Doris Quaderer, Zukunft
Ausführliche Informationen zur Publikation finden Sie unter www.stiftungzukunft.li.
Stiftung Zukunft.li
Die Stiftung Zukunft.li engagiert sich als liberaler Think-Tank für die gesellschafts- und
wirtschaftspolitische Entwicklung des Standorts Liechtenstein. Die 2014 gegründete Organisation ist unabhängig und transparent, sie finanziert sich aus privaten Stiftungs- und Förderbeiträgen.
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