Die Krux mit dem Landesspital. Wie weiter?

Draufsicht auf das Gelände des Werkhofs mit der geplanten Baufläche des Landesspitals. auf dem Wille-Areal. Schon der Standort ist eine Katastrophe. Es steht an einer der meist frequentiertesten Strassen und Brückenzufahrten mit 18.000 Autos pro Tag sehr ungünstig. Auch darüber wurde in der Bevölkerung nie diskutiert.

Der Spitalneubau ist nach den neuesten Erkenntnissen und nach Meinung vieler Bürger/Innen zurückzustellen und von Neuem zu beginnen. Der Ruf nach personellen Konsequenzen wird immer lauter und nicht nur von der DpL und der DU.  

Seit der GPK-Bericht nun öffentlich ist, sind die meisten Fragen beantwortet. Und die Antworten werfen kein gutes Licht auf die Verantwortlichen des millionenschweren Spitalneubau-Projektes in Vaduz. Die VU fühlt sich hinters Licht geführt, wie sie im Vaterland vom 6. September 2022 verlauten liess, während die FBP versucht, die Sache herunterzuspielen. Und bei der Freien Liste weiss man nicht so genau, welche Präferenzen sie hat.

Die Kostenexplosion gegenüber dem vom Volk bewilligten Kredit in Höhe von CHF 65 Mio. (ohne Vaduzer Beitrag) auf die Summe von über CHF 92 ist frappant. Eine solche Differenz sagt aus, dass im Vorfeld -auch mit den Zahlen – unverzeihlich geschlampt wurde und später das neue Spitalprojekt «ohne Preisschild» von den dafür Verantwortlichen wirklich für bare Münze genommen wurde. Das wird das Volk nicht hinnehmen und eine Optimierung des bisherigen Projektes mit Ergänzungskredit geht schon gar nicht. So hört man bereits neue Vorschläge, wie z.B. die Ausschreibung eines neuen Wettbewerbs, der unter dem Kreditrahmen liegen müsste, den das Volk bewilligt hat, also um die 55-60 Mio. Franken. Auf Luxus müsste man bei dieser Variante verzichten.

Nur, wer soll diese Massnahmen umsetzen? Die bisher zuständige und verantwortliche «Garde» hat das Vertrauen der Bevölkerung komplett verloren. Der Bericht der GPK des Landtages und das Audit der externen Experten zeigen auf, mit wieviel Fehlern das Spitalprojekt behaftet ist. So ist es verständlich, dass personelle Konsequenzen vom Volk und von den meisten Parteien gefordert werden.

Die Mehrheit des Landtages ist immer noch der Meinung, dass Liechtenstein ein eigenes Spital braucht. Ob aber der heutige Standort in unmittelbarer Nähe zur Vaduzer Brücke, die täglich von rund 18.000 Fahrzeugen befahren wird, der richtige Platz für ein modernes Spital bleibt, ist äusserst fragwürdig. Auch darüber sollte man mit dem Volk reden. Nun liegt es am Landtag zu entscheiden, was er will. Wir sind gespannt.