Massive Unterstützung des Naherholungsgebiets Malbun/Steg und der Bergbahnen

Malbun im Sommer 2021

 

Vaduz (ots) – Die Regierung hat in ihrer Sitzung vom Dienstag, 3. Mai 2022 einen Bericht und Antrag betreffend die Weiterentwicklung des Naherholungsgebietes Malbun/Steg sowie die zukünftige Ausrichtung und Sanierung der Bergbahnen Malbun verabschiedet. Die Destination Malbun/Steg ist das alpine Naherholungsgebiet für die liechtensteinische Bevölkerung und das Zentrum des alpinen Tourismus des Landes. Mit den Bergbahnen Malbun AG (BBM) steht der zentrale Leistungserbringer für das Berggebiet heute in finanzieller Schieflage. Die BBM ist eine privatrechtliche Aktiengesellschaft, bei welcher die öffentliche Hand Hauptaktionär ist (Land 48%, Gemeinden 25%).

Im November 2020 beauftrage der Landtag die Regierung, verschiedene Varianten für die Weiterentwicklung des Naherholungsgebiets Malbun/Steg sowie für die Sanierung der BBM vorzulegen, damit die BBM bis Ende 2022 auf eine nachhaltige finanzielle Grundlage gestellt werden kann.

Moderater touristischer Ausbau der
Destination Malbun/Steg

Die Regierung definiert drei Szenarien für die Weiterentwicklung der Destination Malbun/Steg und empfiehlt einen moderaten touristischen Ausbau, um die Attraktivität des Naherholungsgebiets für die liechtensteinische Bevölkerung und Gäste aufrechtzuerhalten. Dabei wurde in Zusammenarbeit mit den Stakeholdern des Berggebiets sieben strategische Stossrichtungen festgelegt, wie etwa der zielgruppenspezifische, qualitative Ausbau des Winterangebots, der naturnahe Ausbau des Sommer- und Ganzjahresangebots, die Festlegung von „touristischen“ und „nicht-touristischen“ Gebieten, die Schaffung einer langfristigen Tourismusfinanzierung sowie die Förderung eines „Green Malbun“. Aus den strategischen Stossrichtungen abgeleitet und aufgrund der dringend notwendigen Erneuerung der Liftanlage Sareis und der Beschneiung ergibt sich für die Bergbahnen für die nächsten sechs Jahre ein Investitionsbedarf von rund CHF 13 Mio.

Sanierungskonzept Bergbahnen Malbun (BBM)

Für die Sanierung der BBM ist ein Kapitalschnitt bei allen Aktionären um 85% auf neu 15% des Aktienkapitals notwendig. Im Anschluss soll durch eine Kapitalaufstockung um insgesamt CHF 5 Mio. durch das Land (CHF 2.4 Mio.), die Standortgemeinden Triesenberg und Vaduz (gesamt CHF 1.1 Mio.) sowie Private (CHF 1.5 Mio.) der erforderliche Investitionsbedarf mitfinanziert werden.

Das strukturelle Defizit von CHF 900’000, welches auch nach der Sanierung der BBM bestehen bleibt, soll durch jährliche Landesbeiträge von CHF 650’000 (mehrjährige Finanzbeschlüsse) sowie Beiträge der Ferienwohnungsbesitzer von rund CHF 250’000 (Tourismusfinanzierung) gedeckt werden. Für die Einhebung von Ferienwohnungsabgaben ist eine neue gesetzliche Grundlage notwendig, die spätestens ab 2025 Geltung erlangen soll. Bis zum Inkrafttreten des Gesetzes erhöhen sich die jährlichen Landesbeiträge entsprechend auf CHF 900’000. Mit diesen Beiträgen wird die BBM in der Lage sein, die laufenden (Ersatz-)Investitionen zu finanzieren, sodass die Gesellschaft langfristig planen kann.

Teil der Sanierungslösung ist auch die Entflechtung des JUFA-Hotels, bei welchem die BBM substantiell beteiligt ist und eine hohe Fremdkapitalbelastung trägt.

JUGA-Hotel wird für CHF 8.0 Mio. verkauft – CHF 4.8 Mio. Forderungsverzichte von Land, Banken und Privaten

Nach intensiven Gesprächen ist es gelungen, einen geeigneten Käufer für das Hotel zu finden. Die JUFA Gruppe bekennt sich zum Standort Malbun und will ihr bisheriges Engagement fortsetzen. Die JUFA will daher in Kooperation mit einer Investorengruppe die Immobilie übernehmen und hat ein entsprechendes Kaufangebot zum Marktpreis von CHF 8.0 Mio. unterbreitet. Um die Übernahme zu ermöglichen und die Entflechtung zu realisieren ist ein Sicherungsbeitrag vom Land in der Höhe von CHF 2.0 Mio. sowie Forderungsverzichte der Banken und privaten Investoren von insgesamt CHF 2.8 Mio. notwendig.

Die vorgeschlagene Sanierungslösung soll in den kommenden Monaten umgesetzt werden, sodass die BBM bis Ende Jahr saniert ist. Zur finanziellen Überbrückung soll einerseits auf die Rückforderung des im Jahr 2020 ausgerichteten zinslosen Darlehens des Landes (CHF 700’000) verzichtet und andererseits ein zusätzlicher Überbrückungsbeitrag von CHF 800’000 für das Jahr 2022 ausgerichtet werden (à-fonds-perdu). Für die Umsetzung der Sanierungslösung beantragt die Regierung für das Jahr 2022 einen Nachtragskredit von CHF 5.2 Mio.

Weitere Beiträge der öffentlichen Hände

Das vorliegende Sanierungskonzept ist ein klares Bekenntnis der Regierung zur Destination Malbun/Steg als alpines Erholungsgebiet und Sportstätte Liechtensteins. Demnach soll das Land Liechtenstein als Hauptaktionär und mit jährlichen finanziellen Beiträgen eine nachhaltige Entwicklung der BBM als zentraler Leistungserbringer sicherstellen. Ebenso sehen sich die Standortgemeinden Triesenberg und Vaduz in der Verantwortung, einen wesentlichen Beitrag zu leisten. Die Regierung anerkennt das grosse Engagement von Privaten, welche sich seit Jahrzehnten für das Liechtensteiner Berggebiet einsetzen. Die Regierung ist überzeugt, dass es nur unter Einbezug aller Kräfte gelingen kann, das einzigartige Naherholungsgebiet Malbun/Steg erfolgreich und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Vizeregierungschefin Sabine Monauni, 2.v.r., Heinz Vogt, 2.v.l., VR-Praesident Bergbahnen Malbun, Manfred Bischof, links, Buergermeister von Vaduz, und Christoph Beck, rechts, Vorsteher von Triesenberg, bei ihren Ausfuehrungen, aufgenommen am Dienstag, 3. Mai 2022, anlaesslich einer Medienkonferenz zum Thema „Bericht und Antrag betreffend die Weiterentwicklung des Naherholungsgebietes Malbun/Steg, sowie die zukuenftige Ausrichtung und Sanierung der Bergbahnen Malbun“ im Medienraum des Regierungsgebaeudes in Vaduz. Foto & Copyright: IKR/Eddy Risch.