Kritische Gedanken zur Corona-Pandemie

Man kann das Wort schon nicht mehr hören. Über ein Jahr beschäftigt die «China-Pest», wie es Donald Trump bezeichnete, nun schon die Welt. Ob das Coronavirus wirklich aus China kam, konnte die WHO trotz Beauftragung einer Delegation hochintelligenter Fachleute – allerdings erst ein Jahr nach dem Ausbruch in Wuhan – nicht beantworten. Ebenso wenig können wir heute sagen, wie viele Mutationen es noch geben wird und ob diese mit den heute vorhandenen Impfstoffen bekämpft werden können. Wir wissen nicht einmal, wie lange die Impfung uns gegen die heute bekannten Mutationen schützt: drei Monate, sechs Monate, neun Monate oder länger?

Corona ist komplex. Das Umfeld noch mehr. Und so scheiden sich die Geister über die richtigen Massnahmen. Politiker zu sein und Verantwortung zu übernehmen ist nicht einfach.

Einfacher ist es, einen Artikel zu schreiben und zu kritisieren. Was aber sollen wir konkret tun? Fangen wir damit an, was wir nicht tun sollten: Zensurieren! Wir müssen also in den Medien nicht nur Platz für die Mainstream-Meinung haben, sondern auch für die Kritiker! Jeder Gedanke muss zugelassen und neue Ideen müssen zumindest geprüft werden. Viele Medien lassen andere Meinungen nicht zu, nicht einmal dann, wenn sie von Experten kommen.

2023 werden acht Milliarden Menschen auf unserem Planeten leben – 1974 waren es noch vier Milliarden. Es gibt nur zwei Staaten mit mehr als einer Milliarde Menschen: China und Indien. Ungefähr 36 Prozent der Weltbevölkerung leben in diesen beiden Ländern. Momentan steigt die Weltbevölkerung um 90 Millionen pro Jahr. Die Menschheit beansprucht immer mehr Lebensraum zu Lasten der Tier- und Pflanzenwelt. Meere werden leergefischt, Wälder abgeholzt, Monokulturen angelegt und die Verstädterung vorangetrieben. Die Böden und Gewässer werden mit Chemie durchsetzt, deren Langzeitfolgen wie beim Atommüll nicht absehbar sind. Globalisierung bringt Reichtum: für einige mehr, für andere weniger, insgesamt aber macht sie die Produkte billiger. Globalisierung transportiert Güter rund um die Welt – aber auch Viren, Krankheiten sowie fremde Tiere und Pflanzen, die einheimische Populationen bedrohen oder gar verdrängen. Alles muss verpackt sein und der Abfall entsorgt! Vieles wird vom jeweiligen Staat subventioniert, damit die einheimische Wirtschaft wächst und Arbeitsplätze schafft für billige Produkte: Geiz ist geil!

Viren brauchen Wirte. Wenn es immer mehr Menschen und immer weniger Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt gibt, dann werden Viren sich an diejenigen Wirte halten, die überhandnehmen: die Menschen.

Ein neues Virus
SARS-CoV-2 ist ein neues Virus. Ist es das wirklich? Und, wie gefährlich ist dieses Virus? 

Zahlen müssen kritisch hinterfragt werden. Ich weise darauf hin, dass die nachfolgenden Erhebungen aus verschiedenen von mir verglichenen Internet-Quellen nicht als gesichert angesehen werden können. Sie sollen einen groben Überblick geben.

Die erschreckendste Zahl ist die der Todesfälle. Aber sie ist am relevantesten. 

Viele afrikanische Staaten melden weniger als zwei Tote auf 100’000 Einwohner, das sind 0,002 Prozent. Warum? Weil die Bevölkerung dort ganz anders aufgestellt ist? Rund die Hälfte der Einwohner ist unter 20 Jahre alt! Rund ein Drittel der Länder verzeichnen weniger als zehn Corona-Tote pro 100’000 Einwohner! 

Angeführt wird die Liste von europäischen Staaten mit über 130 Toten auf 100’000 Einwohner. Liechtenstein liegt mit rund 140 Verstorbenen weit oben im weltweiten Ranking (unter den höchsten fünf Prozent). Allerdings werden unsere Statistiken wohl einiges genauer sein? Mehr Todesfälle pro 100’000 Einwohner –zwischen rund 170 bis über 230 – gibt es in San Marino, Tschechien, Belgien, Slowenien, dem Vereinigten Königreich, Italien und Bosnien/Herzegowina. Etwa gleichauf mit Liechtenstein reihen sich Frankreich, Spanien, Andorra, Ungarn, Montenegro und Peru ein. Die USA liegen bei rund 160. Das wegen seiner lange praktizierten Offenhaltung, auch der Gastronomie, stark kritisierte Schweden weist mit rund 130 anteilsmässig weniger Tote aus als Liechtenstein.

Die Schweiz verzeichnet rund 115 Tote pro 100’000 Einwohner (0.1 Prozent der Bevölkerung), Deutschland und Irland schneiden mit rund 90 besser ab, noch besser Norwegen und Finnland mit weniger als 15 Verstorbenen auf 100’000 Einwohner.

Bei all diesen Zahlen muss vermerkt werden, dass diese Menschen «an oder mit» Corona verstorben sind. Das bedeutet, dass nicht alle diese Menschen auch wirklich nur wegen Corona verstorben sind. Kritiker bemerken daher, dass diese Zahlen wohl viel zu hoch dargestellt sind, weil teils andere Todesursachen als Corona massgeblich waren. Dazu sind «Übersterblichkeitsraten» ein Indiz: Todesfälle, die nur wenig über den Vorjahreszahlen liegen.

Politiker und Medien lassen uns wissen, dass der Engpass bei den Intensivbetten liegt, nicht primär bei den Betten selbst, sondern bei den Pflegerninnen, Pflegern und Ärztinnen und Ärzten. Während beim Arztberuf viele Fachleute seit Jahren aus Nachbarländern zu uns kommen, weil wir ein besser bezahltes Gesundheitswesen haben, herrscht beim Pflegepersonal Mangel. Dieser ist leicht zu begründen mit den verhältnismässig geringen Löhnen. Anpassungsbedarf wäre wohl angebracht, wenn wir für die Zukunft gewappnet sein wollen – nicht nur für Corona, Mutationen und noch kommende neue Viren, sondern auch im Hinblick auf die «Alterspyramide».

Dass die Corona-Massnahmen neben dem vorbildlichen Schutz von Menschenleben aber zahlreiche negative Aspekte hervorrufen, wird täglich sichtbarer: Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft sind nicht zu übersehen.

Die Zahlen müssen kritisch hinterfragt werden.

Karlheinz Ospelt, Unternehmensberater

Mehr und mehr wird bekannt, dass Schulkinder, Studierende, Jugendliche aber auch alte Menschen drastisch unter den Massnamen leiden. Depressionen greifen um sich, auch Selbstmordraten und die Armut steigen. Die Behandlung von Patienten mit anderen Krankheiten wurde in den Spitälern zurückgestellt, um Kapazitäten für Corona-Patienten freizuhalten.

Hohe Verschuldung
Die Staaten weltweit haben sich in einem unglaublichen Ausmass verschuldet. Geld wird verteilt, als ob es kein Morgen gäbe. Kommende Generationen werden noch darunter leiden. Wurde die Rechnung ohne den Wirt gemacht? Ich erinnere: Viren brauchen Wirte. Wir brauchen auch Wirte und die Gastronomie, damit unser Sozialleben funktioniert. Wir dürfen sie nicht zerstören.

Haben wir unsere Munition zu früh verschossen, wenn ein neues, tödlicheres Virus mit hoher Ansteckungsrate kommt? Wurden die Mittel richtig eingesetzt oder wäre es vernünftiger gewesen, mit den enormen Beträgen bleibende Investitionen in die Gesundheit und Forschung zu tätigen? Wären die Mittel besser eingesetzt, wenn kleine Spitäler zu Pandemiehäusern umfunktioniert würden, um die grossen Spitäler für Krebskranke, Herzoperationen und andere komplexe Behandlungen zu reservieren? Könnten andere kleine Spitäler für Blinddarmoperationen, Beinbrüche, das Verarzten von Wunden und allgemeinen Erkrankungen ortsnah erhalten werden, wenn nur ein Teil der gigantischen Mittel für die Corona-Bekämpfung dort eingesetzt worden wäre(n) – oder ab heute würde? Oder sollen kleine Spitäler abgerissen werden, weil sie nicht «rentabel» sind? Wieviel ist ein Menschleben wert, das durch Corona bedroht ist, wieviel ein Menschenleben, das durch Hunger, Krebs, Armut, Arbeitslosigkeit in Gefahr ist? Wieviel darf der Erhalt der Umwelt als Grundlage für uns alle kosten? Sind die riesigen Subventionsbeträge – die Steuergelder – richtig eingesetzt?

Zusätzliches Pflegepersonal
Unsere Bevölkerung wird weiter altern. Wir brauchen zusätzliches Pflegepersonal – mit oder ohne Corona. Jedes Land wird in Krisenzeiten zuerst für die eigene Bevölkerung sorgen. Ich denke an das Verbot von Ausfuhren für Masken, als diese Mangelware waren – oder an die limitierten Impfmittel (Stichwort EU gegen Grossbritannien).

Die aktuellen Schlagworte heissen «impfen» und «testen», egal was es kostet. Die Staaten verschulden sich in immer grösserem Ausmass. Covid-19 verzeichnet in Europa eine Sterberate von rund zwei Prozent, die normale Grippe von rund 0,2 Prozent. Ebola hatte 1976 eine Sterberate von rund 40 Prozent, die Vogelgrippe H5N1 1997 etwa 50 Prozent, SARS im Jahr 2002 rund 10 Prozent, die Schweinegrippe 2009 0,02 Prozent, MERS im Jahr 2012 35 Prozent, die Vogelgrippe H7N9 im Jahr 2013 40 Prozent (de.statista.com). 

An den Folgen der Spanischen Grippe starben in Deutschland geschätzt mehr als 400’000 Menschen, an denen der Asiatischen Grippe 1957 / 58 rund 29’000 (Wikipedia). «Mit oder an» Covid-19 sind es in Deutschland seit Ende 2019 rund 75’000 bei einer wesentlich höheren Bevölkerungszahl.

Unsere Verfassung gibt in Art. 14 im III. Hauptstück vor: «Die oberste Aufgabe des Staates ist die Förderung der gesamten Volkswohlfahrt.» Das heisst, es ist Aufgabe der Politik zu entscheiden, wie viele Mittel wofür zur Verfügung stehen sollen. Solange die Mittel nicht unendlich sind, werden wir uns entscheiden müssen, wo diese optimal eingesetzt werden. Freiheit ist die Grundlage für unsere Gesellschaft. Freiheit bedeutet aber auch Eigenverantwortung! Der Staat darf nicht länger als nötig die Freiheit beschränken. Dazu kommt Art. 40 LV: «Jedermann hat das Recht … seine Meinung frei zu äussern und seine Gedanken mitzuteilen.» 

Letztlich gibt es zu den zahlreichen Fragen im Zusammenhang mit Corona viele Meinungen – und das ist gut so!


Karlheinz Ospelt, lic.oec.HSG

  • Inhaber Fiducia Revisions Anstalt seit 1992
  • Selbständiger Unternehmensberater
  • Alt-Bürgermeister 1995 – 2007
  • Alt-Landtagsabgeordneter 1993 – 2001