US-Wahl: Kampf ums Präsidentenamt noch nicht entschieden

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Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden steht kurz vor seinem Ziel: er wird der 46. Präsident der USA. Die Siegchancen vom (Noch)-Amtsinhaber Donald Trump stehen bei fast Null. 

Aber Biden dürfte das Rennen machen 

Die Auszählung bei der Präsidentschaftswahl in den USA dauert auch am Freitagmorgen (MEZ) an. In den Bundesstaaten Pennsylvania und Georgia holt der demokratische Herausforderer Joe Biden immer weiter den anfänglichen Vorsprung von Amtsinhaber Donald Trump auf.

In Georgia lag Biden zum Stand 5:00 Uhr MEZ nur noch 1’800 Stimmen hinter Trump zurück, in Pennsylvania waren es noch 26’000 Stimmen. Pennsylvania allein könnte Biden ins Weisse Haus bringen. Dieser Bundesstaat stellt 20 Wahlleute. Für einen Sieg bei der Wahl werden 270 Wahlleute benötigt. Derzeitiger Stand: Biden: 254, Trump: 214.  Es wird damit gerechnet, dass um Mittag MEZ die Ergebnisse aus den Bundesstaaten Pennsylvania und Georgia vorliegen.

Wer sich welchen Staat holte

Das Duell zwischen den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Joe Biden entwickelt sich zum unfassbaren Thriller. Derweil steht Biden nur noch wenige Schritte vor dem Einzug ins Weisse Haus entfernt.

Nachfolgend eine Übersicht über die Staaten, die sich die beiden Kandidaten lt. Nachrichtenagentur AP holten:

Staaten für Trump: Indiana, Kentucky, West Virginia, South Carolina, Oklahoma, Alabama, Mississippi, Tennessee, Arkansas, Nebraska, Louisiana, Wyoming, South Dakota, North Dakota, Kansas, Missouri, Louisiana, Utah, Idaho, Ohio, South Carolina, Montana, Iowa, Florida, Texas

Staaten für Biden: Vermont, Virginia, Massachusetts, Maryland, Delaware, District of Columbia, New Jersey, Massachusettes, Maryland, Illinois, Connecticut, Rhode Island, Washington, New Mexico, New York, Colorado, New Hampshire, Oregon, Washington, Kalifornien, Hawaii, Minnesota, Maine, Wisconsin, Michigan.

Trump sieht sich weiters als Sieger

Der republikanische Amtsinhaber Donald Trump sieht sich weiterhin als Sieger der Präsidentenwahl. „Wenn man die legalen Stimmen zählt, würde ich locker gewinnen“, sagte Trump am Donnerstagabend in einem Presseauftritt im Weißen Haus in Anspielung auf die sich verdüsternden Aussichten auf seine Wiederwahl. Er bekräftigte den Vorwurf, dass „illegale Stimmen“ ausgezählt werden und die Demokraten „die Wahl stehlen wollen“.

In einem erratischen Vortrag zählte Trump seine Erfolge bei der Präsidentenwahl auf und verwies auf sein Abschneiden in Florida und Ohio. Er beklagte, dass seine ursprüngliche Führung in mehreren Staaten „heruntergedrückt“ worden sei und äußerte die Befürchtung, dass er auch im umkämpften Staat Georgia letztlich „ein bisschen zurückliegen“ könnte. Dagegen sei er in Arizona – wo er offenbar nichts an der Fortsetzung der Auszählung auszusetzen hat – „auf dem Weg zum Sieg“.

Trump betonte, dass er „die Integrität dieser Wahl schützen“ wolle. Ohne jeglichen Beweis bekräftigte der Amtsinhaber, dass die Wahl manipuliert und gestohlen worden sei. Er erhob lediglich pauschale Vorwürfe, wonach massiv auf Briefwahl gesetzt worden sei und dann auch Stimmen „ohne Stempel und Unterschrift“ akzeptiert worden seien. Er wolle eine „ehrliche Auszählung“, so Trump, der neuerlich eine Entscheidung „vor dem höchsten Gericht des Landes“ in Aussicht stellte.