Tourismus bereitet sich auf «neue Normalität» vor

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Auf dem Bild v.l.n.r. Matthias Kramer, Bereichsleiter Wirtschaft & Tourismus Liechtenstein Marketing, Renate Bachmann, ehemalige Bereichsleiterin Tourismus Liechtenstein Marketing, Manuel Beck, Produktenwickler Berggebiet Liechtenstein Marketing, Robert Büchel, Geschäftsführer Bergbahnen Malbun AG, Christian Wolf, Verwaltungsratspräsident Liechtenstein Marketing, Michelle Kranz, Geschäftsführerin Liechtenstein Marketing, Walter Hagen, Gastronom, Präsident LHGV Liechtensteiner Hotel- & Gastronomieverband, Martin Knöpfel, Bereichsleiter Marketing/Kommunikation Liechtenstein Marketing, Pascal Seger Event-Planer und Geschäftsführer der Event-Agentur Kontaktkomponisten.li Copyright@Michael Zanghellini/Liechtenstein Marketing.

3. Tourismusforum Liechtenstein als «hybrider»-Event im Alten Kino Vaduz

Am 19. Oktober fand das 3. Tourismusforum Liechtenstein statt. Covid-19 und die «neue Normalität» wirkten sich auf die Event-Konzeption aus. So fand heuer der Anlass als «hybrider» Event statt: Während vor allem die Rednerinnen und Redner im Alten Kino Vaduz vor Ort waren, verfolgte die Branche den Anlass per Livestream. Trotz herausfordernden Rahmenbedingungen blickt der Liechtensteiner Tourismus positiv in die Zukunft.

«Doch dann kam alles anders». Mit diesen Worten eröffnete Christian Wolf, Verwaltungsratspräsident von Liechtenstein Marketing das 3. Tourismusforum Liechtenstein. Wolf führte kurz durch das bewegte Tourismusjahr. Dieses hatte mit erfreulichen Rekordzahlen gestartet und war dann durch den Lockdown jäh ausgebremst worden. Nach einem kompletten Stillstand im Frühjahr, hiess es anschliessend für alle touristischen Akteure kurzfristig und kreativ auf die völlig neue Situation zu reagieren. Gäste aus den Fernmärkten fielen komplett weg. «Die sich bietende Chancen aus den Nahmärkten lagen früh auf der Hand», führte Wolf aus. Der Verwaltungsrat von Liechtenstein Marketing habe in diesem Zusammenhang in enger Abstimmung mit dem zuständigen Ministerium die nötigen Mittel schnell und unkompliziert neu allokiert. Bereits geplante Kampagnen und Produkte konnten somit kurzfristig angepasst und auf die neuen Zielmärkte ausgerichtet werden.

Dies zeigte seine Wirkung. Dank eines hervorragenden Logiernächte-Resultats in den Sommermonaten konnte der Verlust gedämpft werden. Nichtsdestotrotz: Bis Ende September bleibt ein Minus von gut 10% bei den Logiernächten.

Vertrauen neue Währungseinheit

Den Touristikern ist bewusst, dass 2021 zum Übergangsjahr wird. «Wir gehen heute davon aus, dass wir erst 2022 bzw. 2023 rund 80% der letztjährigen Frequenzen wieder erreichen werden», meint Michelle Kranz, Geschäftsführerin von Liechtenstein Marketing. Dies bezieht sich auf die traditionellen Nahmärkte wie beispielsweise Deutschland, aber auch die Fernmärkte wie die USA oder China. «Davon ausgenommen sind die Schweizer. Dank der engen Beziehungen zur Schweiz, haben diese uns den Sommer gerettet. Auch im Winter werden wir voll und ganz auf diesen Markt fokussieren», so Kranz.

Die Liechtensteiner Leistungsträger sind für den Winter gerüstet. Mit einem übergreifenden Schutzkonzept sind die Leistungsträger auf die kommende Wintersaison gut vorbereitet. «Vertrauen ist die neue Währungseinheit», betont Kranz. Bei den sich ändernden Rahmenbedingungen, wollen unsere Gäste bereits im Vorfeld ganz genau wissen, wie sich eine Destination in Sachen Schutzkonzepten aufgestellt hat.

Neuer Bereichsleiter Tourismus und Wirtschaft

Seinen ersten Auftritt am Tourismusforum hatte Matthias Kramer, seit 1. Oktober Bereichsleiter Tourismus & Wirtschaft bei Liechtenstein Marketing. «Die neue Normalität wird die touristischen Leistungsträger auch in Zukunft noch lange fordern», führte Kramer aus. «Innovative Produktentwicklung wird daher wichtiger denn je und bringt für uns auch die Chance mit sich, neuen Geschäftsfelder zu eröffnen. » Topografisch abwechslungsreich ist das Fürstentum zum Beispiel die ideale E-Bike-Destination. Mit über 100 km Radwanderwegen im Berg- und Talgebiet und der besonderen Lage im Dreiländereck werden Familien, sportlich Ambitionierte und Senior*innen angesprochen. «Der E-Bike-Markt wächst nachhaltig. Für Leistungsträger entlang der Fahrradwege, bietet diese neue Zielgruppe die Möglichkeit, sich neu – zum Beispiel als Fahrradhotel – zu positionieren. Dies ist nur eines der Beispiele wie wir uns aktiv auf die neue Normalität ausrichten » erläutert Kramer.