„Die Familien im Land unterstützen“

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Das Initiantenteam der IG Elternzeit: Stephan Agnolazza-Hoop, Orlando Wanner und Lino Nägele.

Am Dienstagabend fand die Gründungsversammlung der „IG Elternzeit Liechtenstein“ statt.

Über 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten die Initianten der „IG Elternzeit“ an ihrer Gründungsversammlung begrüssen – ein Erfolg, wie Co-Initiant Lino Nägele erklärt. „Es freut uns besonders, dass so viele junge Menschen mit unterschiedlichsten Werdegängen und politischen Einstellungen am Abend teilnahmen und bereit sind, sich politisch zu engagieren.“ Für Co-Initiant Stephan Agnolazza-Hoop ein Zeichen, dass das Thema die Menschen in Liechtenstein bewegt: „Für viele Teilnehmer ist es unverständlich, weshalb Liechtenstein als eigentlich fortschrittliches Land bei der Elternzeit dermassen hinterherhinkt. Es isch högschti Ziit för d‘Elteraziit!“

Zusammen mit der Schweiz gehört das Fürstentum zu jenen europäischen Ländern, welches frischgebackenen Eltern am wenigsten Zeit mit dem Nachwuchs lässt. In Liechtenstein gibt es derzeit 20 Wochen Mutterschaftsurlaub. Zum Vergleich: Island kennt eine kumulierte Elternzeit von 39 Wochen, Deutschland gar von 56 Wochen. Und damit stehen sie nicht mal an der Spitze. Dort steht die Slowakei mit über 160 Wochen. Der europäische Schnitt liegt bei rund 42 Wochen.

„Zeit für ein Umdenken“
Den drei Initianten Orlando Wanner, Stephan Agnolazza-Hoop und Lino Nägele war es wichtig, von Beginn an die Debatte um die Elternzeit offen zu gestalten. „Jeder soll partizipieren können und seine Meinung einbringen“, erklärt Wanner. „Deshalb haben wir auch die Gründung unseres Vereines öffentlich gemacht und den Diskurs von Beginn an gesucht.“

Das ist ihnen gelungen, wie der Dienstagabend zeigte. Nach einer kurzen Einführung ins Thema, einer Einordnung der aktuellen liechtensteinischen Lösung in den europäischen Kontext und der Präsentation möglicher Modelle stiegen die Teilnehmer in eine engagierte Diskussion ein. Dabei zeigte sich deutlich, dass man keine Luftschlösser bauen will, sondern realistische und pragmatische Lösungen verfolgen solle. Dazu bekannten sich die 18 Neumitglieder, welche sich gestern spontan der IG Elternzeit anschlossen.

Ziel definieren und verfolgen
In einem nächsten Schritt wird der neu gegründete Verein einen konkreten Lösungsvorschlag ausarbeiten, bevor man dann politisch aktiv wird. Lino Nägele: „Sobald wir eine Lösung auf dem Tisch haben, werden wir mit den politischen Vertretern das Gespräch suchen, um sie von unserem Tun zu überzeugen.“ Ausserdem werde man sich bereits mit der Planung der nächsten Informationsveranstaltung auseinandersetzen. Der Vorstand setzt sich aus den Co-Präsidenten Stephan Agnolazza-Hoop und Lino Nägele, dem Vorstandsmitglied Orlando Wanner und Beisitzerin Sarah Nägele zusammen.

Natürlich wünsche man sich, dass sich Landtag und Regierung, so wie die Initianten parteiübergreifend dem Thema annehmen, ergänzt Orlando Wanner. Es gehe darum, eine möglichst mehrheitsfähige Lösung zu finden. „Wir wollen nicht einfach irgendeine Lösung, sondern jene, die am besten zu Liechtenstein, seinen Familien und Arbeitgebern, passt“, so Stephan Agnolazza-Hoop abschliessend. Deshalb freue man sich auf die nächsten Wochen und möglichst viele Gespräche – egal ob persönlich oder virtuell.