S-Bahn: Wer sind die Verhinderer?

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VCL-Vorstand spricht sich gegen den DpL-Beitrag in der lie-zeit aus.

Stellungnahme des VCL-Vorstands

Thomas Rehak erhielt im Liechtensteiner Volksblatt vom 6. Juli die Möglichkeit zu begründen, warum er gegen die S-Bahn ist. Einen Satz aus seinem Interview möchten wir aufgreifen: “Anstatt 71,3 Millionen mit 2 Millionen Franken jährlichen Folgekosten und dazu mindestens 6 Jahre Zeit zu vergeuden, schlage ich vor, in Bendern die schmale Brücke auf liechtensteinische Kosten durch eine vierspurige bis zum Rheindamm auf der schweizerischen Seite zu ersetzen.”

Dieser Vorschlag stellt die Fakten auf den Kopf. Es ist genau umgekehrt: Sechs Jahre vergeuden wir bei einem Nein zum S-Bahn-Verpflichtungskredit; dann passiert im Moment gar nichts. Bei einem Ja hingegen werden in den nächsten sechs Jahren wirksame Massnahmen zur Entlastung der Strassen realisiert. Auch wenn man das Mobilitätskonzept 2030 nur oberflächlich studiert hat, kommt man zur Erkenntnis, dass hier nicht einseitig auf die S-Bahn gesetzt wird, sondern eine ganze Reihe von Massnahmen bereits im Projektstadium sind (z.B. die Rheinübergänge).

Der Vorschlag, die “schmale” Rheinbrücke in Bendern auf liechtensteinische Kosten durch eine vierspurige Brücke zu ersetzen, ist Unsinn und Geldverschwendung: Die Sanierung bzw. der Neubau der Rheinbrücke ist Teil des Agglomerationsprogramms Werdenberg – Liechtenstein, die Verkehrssituation kann nur gemeinsam mit den Schweizer Nachbarn verbessert werden. Ein liechtensteinischer Alleingang ist ein populistischer Vorschlag, der in manchen Ohren gut tönen mag, aber völlig dilettantisch ist und zu einer massiven Geldverschwendung führen würde. Im Agglomerationsprogramm werden auch die Prioritäten und der zeitliche Rahmen festgelegt. Die Rheinbrücken sind zwischenstaatliche Projekte, sie werden gemeinsam geplant, gemeinsam finanziert und gemeinsam unterhalten.

Wenn aufgrund solcher Querschüsse der Kredit für die S-Bahn abgelehnt werden sollte, dürfte es deutlich schwieriger werden, den Schweizer Nachbarn beizubringen, warum bei uns Massnahmen zur Lösung der Verkehrsprobleme dringend sind. Mit einem Ja zur S-Bahn zeigen wir, dass wir zu einer gesamtheitlichen Lösung und nicht nur zu punktuellen Verbesserungen Ja sagen. (Vorstand VCL)