Heute erstes Relegationsspiel Bremen – Heidenheim

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Frank Schmidt, der dienstälteste Fussball-Trainer in der Deutschen Bundesliga. Seit 13 Jahren führt er den FC Heidenheim, stieg mit dem Team von der drittuntersten Klasse bis in die 2. Bundesliga auf. 

 

Heute stehen sich im Spiel um den Verbleib (Werder) oder Aufstieg (Heidenheim) in die 1. Deutsche Fussball-Bundesliga zwei Vereine gegenüber, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ob der wirtschaftlichen Kennzahlen und strukturellen Gegebenheiten ist Heidenheim/Brenz nicht nur sportlich Aussenseiter.

Der Goliath kommt von der Weser, der David von der schwäbischen Ostalb, 30 km von Ulm entfernt. Von Liechtenstein in 1 ½ Stunden bequem erreichbar. Das Spiel in Bremen findet heute Donnerstag ab 20:30 Uhr und das Rückspiel in Heidenheim am kommenden Montag, 20:30 Uhr statt.

Gewaltige Unterschiede auch im Kader-Marktwert. Der Kader des Bundesliga-Drittletzten Bremen hat einen Marktwert von 134 Millionen Euro, das Aufgebot des Zweitliga-Dritten Heidenheim steht bei nicht einmal 19 Millionen Euro.

Heidenheims Ziel ist nicht die 1. Bundesliga

Bei den Budgetzahlen fällt der direkte Vergleich noch krasser aus. Bremen hat in der Saison 2018/19 total 152 Millionen Euro umgesetzt, dabei 71 Millionen Euro für das Personal (für alle Angestellten) ausgegeben. Heidenheim musste mit 40 Millionen Umsatz auskommen, das Personal bekam 15 Millionen Euro. Ordentlich für eine 2. Liga. Trotzdem sagte Vorstandschef Holger Sanwald in der FAZ: «Die Zielsetzung 1. Bundesliga kann es in Heidenheim nicht geben, dafür sind wir nicht aufgestellt». Für ihn sei es schon ein Traum, ans Tor zur Bundesliga zu klopfen, so hörbar wie nie «aber es ist und bleibt kein Ziel, auf das wir ständig hinarbeiten.»

Die Grössenunterschiede der beiden Städte drückt sich auch in den Einwohnerzahlen aus. Hier Bremen (inkl. Agglomeration) mit über 900’000 Einwohner, dort Heidenheim mit 50’000 Einwohnern.

Unterschiedliche Zielsetzungen

Während die stolze Hansestadt Bremen wegen ihres Hafens, der Amüsiermeile Schlachte, der Brauerei Becks oder dem Autobauer Mercedes und nicht zuletzt Sehenswürdigkeiten wie dem Roland, den Stadtmusikanten oder dem Schnoor-Viertel von Touristen aus aller Welt besucht wird, hat das kleine Heidenheim nicht ganz so viel zu bieten: Wahrzeichen ist das 1056 erbaute Schloss Hellenstein, das oberhalb der Stadt liegt.

Der eine Relegationsteilnehmer ist ganz auf die Bundesliga und der andere allein auf die zweite Liga gepolt.

Das drückt sich übrigens auch in den sozialen Medien aus: Werder hat rund 300.000 Abonnenten bei Instagram, Heidenheim bringt es auf 33.400 in der Gefolgschaft. Bei Twitter stehen mehr als 500.000 bei den Bremern nur knapp 33.000 auf Heidenheimer Seite gegenüber. Aber auch das spielt keine Rolle, wenn sich der Underdog in seine Rolle verbeißt, wie es Heidenheims Trainer-Urgestein Frank Schmidt ankündigt„Wir gehen nicht in diese Spiele, um zu schauen, was passiert. Wir wollen die Sensation und wollen alles dafür probieren.“ Quelle: ARD.