175 Grundstücke für die S-Bahn

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Leserbrief von Herbert Elkuch, Mitglied Gegenkomitee S-Bahn Nein

Die S-Bahn kostet nicht nur 71,3 Mio. Franken mit jährlich 2 Mio. Folgekosten, sie braucht auch Böden und zwar gehörig. Die Eisenbahninfrastruktur, die Haltestellen, Nebenanlagen und die Strassenbauten benötigen 175 Grundstücke mit einer gesamten Fläche von 40‘218 m2. (BuA 22/2020 Seite 129). Mit der projektierten Verlängerung der Doppelspur in Nendeln auf 4,4 km, Richtung Tisis, 0,58 km über die Grenze, könnten dann auch gleichzeitig mehrere Güterzüge in Liechtenstein ausstellen.

Böden sind in Liechtenstein rar

 „Sämtliche Flächen, welche für die Realisierung der Eisenbahninfrastruktur, der Haltestellen und der Nebenanlagen nötig sind, werden im Falle einer Realisierung des Projekts vor Baubeginn an die ÖBB als Konzessionärin übertragen“ (BuA 22/2020 Seite 132). Diese Böden fehlen unseren Enkeln. Für die kurzen S-Bahnzüge ist die bestehende Doppelspurstrecke in Nendeln lang genug. Mit einem S-Bahn-Nein wird die Übertragung liechtensteinischer Böden ins Eigentum der ausländischen Firma ÖBB Infrastruktur AG verhindert. Dazu kommt, die S-Bahn wird die Strassen kaum entlasten. Das eigentliche Verkehrsproblem an den Engstellen wird nicht gelöst. Die guten Punkte im Mobilitätskonzept werden mit einem S-Bahn NEIN nicht geschmälert. Im Gegenteil, es rücken effizientere Projekte im Mobilitätskonzept nach vorne.

Ein NEIN zur S-Bahn ergibt die Möglichkeit, Projekte mit weniger Bodenverschleiss und geringeren Kosten sowie höherem Nutzungsgrad vorzuziehen.