10 Tipps rund um Himbeeren

179

Himbeeren sind eine echte Delikatesse und haben in vielen Gärten einen festen Platz gefunden. Mit diesen 10 Tipps steht einer guten Ernte nichts im Wege.

Himbeeren gehören in jeden Naschgarten. Leider ist diese Leckerei nicht nur bei uns äusserst beliebt – auch Krankheiten und Schädlinge machen vor dem Naschobst keinen Halt. Wenn man nicht aufpasst, kann die eigene Ernte sehr mager ausfallen.
Damit das nicht passiert, haben wir 10 Tipps rund um Himbeeren im Garten zusammengestellt.

Reife Beeren im Herbst?
Es gibt zwei Sortengruppen: Sommer- und Herbst-Himbeeren.
Sommersorten wie ‘Meeker’ (Foto oben) bilden zwar grössere Früchte, werden aber auch oft von den Maden des Himbeerkäfersbefallen und leiden häufig unter Rutenkrankheiten.
Diese Probleme gibt es bei Herbstsorten kaum. Für den Himbeerkäfer blühen und fruchten sie zu spät und Rutenkrankheiten treten nicht auf, da die Triebe nach einem Jahr abgeschnitten werden.
Weiterer Vorteil: Die Pflanzen kommen meistens (nicht immer) ohne Rankgerüst aus.

Himbeeren auf Dämme pflanzen
Himbeeren sind anfällig für Wurzelfäule. Mit der Dammpflanzung können wir vorbeugen: Lockere den Untergrund und schütte einen 30 Zentimeter hohen und 60 Zentimeter breiten Damm aus humusreicher Erde auf. Wenn nötig, sollten wir die Gartenerde mit viel Laub- und Rindenkompost anreichern. Setze in die Damm-Mitte pro laufendem Meter drei Himbeeren und decke ihn zum Schluss mit Rindenmulch ab. Übrigens: Pflanzzeit ist bei getopften Jungpflanzen fast ganzjährig.

Der ideale Platz im Garten
Nur weil die Sträucher im Wald zu Hause sind, sollte man nicht darauf schliessen, dass Himbeeren mit wenig Licht auskommen. Die Pflanzen wachsen nämlich nur auf Lichtungen oder an sonnigen Waldrändern. Im Garten brauchen sie einen sonnigen Standort, damit sie intensiv blühen, die Beeren gut ausreifen und ihr typisches Aroma ausbilden. In schattigeren Lagen ist zudem die Bestäubungsrate der Blüten viel geringer und man hat bei Sommersorten höhere Ausfälle durch Himbeerkäfermaden.

Kletterhilfen für Sommerhimbeeren
Ohne Kletterhilfe ist es bei Sommer-Himbeeren schwierig, den Überblick zu behalten. Stelle gleich beim Pflanzen ein Rankgerüst aus Holzpfählen und drei bis vier waagerechten Spanndrähten auf, an denen wir die jungen Himbeerruten fortlaufend befestigen. Bewährt haben sich dafür spezielle Metall- oder Kunststoffklammern oder dünne Kabelbinder, die locker um Himbeerrute und Spanndraht gelegt und zugezogen werden.

Düngung: Organisch und gut dosiert
Wer seine Himbeeren düngen möchte, sollte dies eher sparsam tun: Eine kleine Handvoll organischer Beerendünger im Frühjahr reicht vollkommen, um im Sommer oder Herbst eine gute Ernte einzufahren. Organische Dünger sind die beste Wahl, weil sie ihre Nährstoffe langsam über einen längeren Zeitraum abgeben und den Boden dabei auch noch mit Humus anreichern – genauso, wie die Himbeeren es brauchen bzw. lieben.

Schnitt von Sommer-Himbeeren
Einmal tragende Sorten, auch Sommer-Himbeeren genannt, bilden ausschliesslich an den Seitentrieben der zweijährigen Ruten Blüten und Früchte. Man schneidet alle abgeernteten Triebe im Sommer (nach der Ernte) auf Bodenhöhe ab (siehe Zeichnung), lässt aber die neuen einjährigen Ruten zunächst stehen. Im Herbst wird das Beet dann noch einmal durchgeforstet, sodass am Ende pro laufendem Meter nur zehn bis zwölf mittelstarke Ruten stehen bleiben. Sie liefern in der nächsten Saison die Früchte.

Herbstsorten schneiden
Herbst-Himbeeren werden meistens so kultiviert, dass sie nur an den neuen Ruten, die erst im Frühjahr aus dem Boden ausgetrieben sind, Früchte tragen. Der Schnitt ist denkbar einfach – man kappt im Herbst einfach alle Ruten auf Bodenhöhe. Der ideale Zeitpunkt für diese Pflegemassnahme ist gekommen, sobald alle Ruten abgeerntet sind und das meiste Laub sich gelöst hat. Im nächsten Jahr lässt man die neuen Ruten einfach wachsen und schneidet die Himbeeren dann nach der Ernte wieder komplett ab.

Rasenschnitt als Mulchschicht
Als Waldpflanzen sind Himbeeren an eine Bodenabdeckung aus Laub gewöhnt. Im Garten haben sie auch gegen Rasenschnitt als Mulch nichts einzuwenden – im Gegenteil: Die Mulchschicht isoliert gegen Temperaturschwankungen und hält die Feuchtigkeit im Boden. Darüber hinaus reichern die verrottenden Grasreste den Boden mit Humus und Nährstoffen an.

Himbeeren zur richtigen Zeit ernten
Mitte bis Ende Juni sind die ersten Sommer-Himbeeren reif, die Erntezeit für Herbstsorten beginnt ab Mitte August. Wir müssen die Sträucher öfter durchpflücken, denn die Beeren reifen nach und nach. Der optimale Erntezeitpunkt ist da, wenn die Früchte noch fest, aber bereits gut ausgefärbt sind und sich leicht vom Zapfen lösen. Botaniker bezeichnen die Himbeere als Sammelsteinfrucht, weil sie aus vielen kugeligen Früchtchen zusammengesetzt ist, die jeweils einen kleinen harten Samen enthalten. Tipp: Himbeeren lassen sich gut in einer Tiefkühltruhe einfrieren. Unverarbeitet bleiben sie leider nicht sehr lange haltbar.

Die Züchtung von Herbst-Himbeeren hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht, die Sorten kommen immer näher an die Fruchtgröße und das Aroma ihrer sommerlichen Verwandten heran. Als eine der besten Herbst-Himbeeren gilt zurzeit die neue Sorte ‘Aroma Queen’ (Foto). Sie reift von Mitte August bis in den November hinein und liefert pro Strauch bis zu 800 Gramm Früchte.