Bleibt Liechtenstein als Wirtschafts-Hotspot und Arbeitsplatz-Magnet ein Rosinenpicker?

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igUnser Liechtensteiner Wirtschaftsstandort ist jetzt und in Zukunft auf Zupendler angewiesen, da unsere Wirtschaft nicht mehr funktionieren und damit unser Wohlstand zusammenbrechen würde. Diese Pendler verursachen täglich grossen Verkehr. Österreich und die Schweiz, respektive Vorarlberg und der Kanton St.Gallen, haben seit geraumer Zeit erkannt, dass Agglomerationen, die bestens mit dem öffentlichen Verkehr versorgt sind, florieren.

Jene, die abseits stehen, hängen sich selbst ab. Aus diesem Grunde investieren Vorarlberg und St.Gallen auf beiden Seiten des Rheins massiv in den Auf- und Ausbau der S-Bahnen:

  • Im Norden sind die zwei S-Bahnen zwischen St. Margrethen und Bregenz verbunden.
  • Nun soll auch im Süden von Feldkirch–Schaanwald–Nendeln–Schaan–Buchs das seit 150 Jahren bestehende Bahntrasse zu einer zukunftsträchtigen S-Bahnverbindung der zwei leistungsfähigen S-Bahnnetze in A und CH ausgebaut werden.
  • Ein beträchtlicher Teil der Kosten würde Österreich tragen.
  • Ein riesiges Einzugsgebiet im schweizerischen und österreichischen Rheintal bis ins Walgau und das Montafon wäre mit 80 Prozent unserer Arbeitsplätze S-Bahn-mässig verbunden.

Man stelle sich nun vor: Wir Liechtensteiner lehnen bei einer Urnenabstimmung dieses zukunftsträchtige – für die kommenden Generationen so wichtige – Geschenk ab. Was bedeutet das für Liechtensteins Mobilitäts-Entwicklung der nächsten Jahrzehnte?

  • Wir sind ein Autoland mit der höchsten Auto-pro-Kopf-Rate.
  • Wir sind mit 40‘000 Arbeitsplätzen ein Verkehrsanziehungs-Magnet und verursachen einen wesentlichen Anteil am Verkehrsaufkommen der Region.
  • Wir laden täglich 20‘000 Pendler in unser Land zur Arbeit ein und dies auf Verkehrsinfrastrukturen, die seit über 50 Jahren in fast unveränderter Form bestehen.
  • Wir wollen keine Durchgangs-Strassenverbindung zwischen den zwei Rheintal-Autobahnen A und CH sein – sind es jedoch mit der Eröffnung der Tunnelspinnen vor der Grenze in Schaanwald in ein paar Jahren auf bedrohendste Weise.
  • Die Schweizer Autobahn parallel zu unserem Land nutzen wir gratis als Umfahrung und betrachten es als selbstverständlich, dass der Schweizer Nachbar auf dieser Kürzest-Strecke von rund 20 km und fünf Autobahn Ein- und Ausfahrten duldet.
  • Aber – wir wollen keinen Anschluss an die hoch leistungsfähigen S-Bahnnetze in unmittelbarer Grenznähe zu unseren Nachbarn Österreich und der Schweiz.

Das Verpassen dieser Chance auf Jahrzehnte hinaus wäre nicht nur verantwortungslos – insbesondere auch als Erbe gegenüber unseren künftigen Generationen –, sondern zudem ein Affront und eine Verweigerung gegenüber unseren Nachbarn, miteinander über die Landesgrenzen hinweg in der Wirtschafts-Hotspot-Region eine moderne, umweltbewusste und nachhaltige Mobilitätszukunft für die nächsten Jahrzehnte einzuleiten und zu sichern. Liechtenstein darf als Wirtschafts-Hotspotstandort und als Arbeitsplätze-Magnet nicht einfach auf der einen Seite alle Vorteile rauspicken und sich auf der anderen Seite in der überregionalen nachhaltigen Mobilitäts-Zukunftsgestaltung verweigern.

Ein klares JA bei der bevorstehenden S-Bahnabstimmung ist ein JA für unsere Kinder und Enkel, damit für sie der Zug nicht abfährt und wir sie durch unsere heutige Generation nicht auf ein Abstellgleis manövrieren.


Thomas Büchel, Ruggell, Brigitte Haas, Vaduz, Gerald Marxer, Mauren, Donath Oehri, Gamprin und Ewald Ospelt, Vaduz – IG Mobiles Liechtenstein