Erntezeit im Obstgarten

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Im Obstgarten sind jetzt die ersten Äpfel reif. Foto. Picture Alliance, FFM

 

Die wichtigsten Arbeiten im Obstgarten – im August

  • Im Obstgarten sind jetzt die ersten Äpfel reif: Klarapfel, Kornapfel, James Grieve und Gravensteiner verwöhnen uns jetzt mit ihrem Duft und Geschmack. Alle diese sind aber nicht lange oder gar nicht lagerfähig.
  • Auch die ersten Birnen können geerntet werden: Bunte Julibirne, Clapps Liebling oder Frühe von Trevoux, ab Monatsende auch die Williams Christ und das Stuttgarter Geisshirtle.
    Am besten mehrmals durchpflücken, denn Frühobst reift nicht gleichmässig.
  • Außerdem reifen jetzt Pflaumen und Mirabellen.
    Ebenso können Pfirsiche, Nektarinen und Holunderbeeren geerntet werd
  • Falls Sonnenbrandschäden am Obst zu erkennen sind (an Äpfeln z.B. runde braune oder schwarze Schadstellen auf der sonnenbeschienenen Seite) lagere die Früchte besser nicht ein. Zum Sofortverzehr sind sie aber trotzdem wunderbar geeignet.
  • Apfelstippe? Die Stippe entsteht, wenn der Baum das Kalzium aus dem Boden nicht mehr in alle Pflanzenteile transportieren kann. Ein Sommerschnitt und ausgewogene Flüssigkeitszufuhr können Abhilfe schaffen. Stippe sieht unschön aus, ist jedoch nicht giftig und kann ohne Sorge mitverspeist werden.
  • Wer ein Obstspalier hat, sollte jetzt den Sommerschnitt durchführen. Sind die Jungtriebe etwa handlang, werden sie pinziert d. h. auf 2 bis 3 Blätter eingekürzt. Dadurch entsteht das am Spalierbaum erwünschte kurze Fruchtholz. Die Verlängerungen der Spalieräste werden nicht geschnitten. Bevor sie verholzen, an die waagrecht oder senkrecht verlaufenden Spalierlatten oder -drähte anbinden. Jetzt lassen sie sich – biegsam wie sie sind – in die gewünschte Stellung bringen.
  • Johannisbeersträucher werden direkt nach der Ernte geschnitten (oder auch zur Ernte mitsamt den Früchten, die sich im Sitzen auf einem Hocker bequemer pflücken lassen). Im belaubten Zustand lassen sich zu dicht stehenden Trieben besonders gut erkennen. Schneide vor allem die überalterten, am dunklen Holz erkennbaren Triebe dicht über dem Boden heraus. Ebenso entferne man die dünnen und dicht wachsenden Neutriebe und solche, die beinahe am Boden aufliegen. Ratsam ist; alle Neutriebe bis auf einen oder zwei besonders kräftige abschneiden. Diese Neutriebe dienen als Ersatz für alte, entfernte Triebe
  • Ähnlich gehe man bei Stachelbeeren Die ein- bis zweijährigen, hellgrau gefärbten Triebe sind hier besonders wertvoll. Sie bringen im nächsten Jahr die schönsten Früchte. Dunkelgefärbte ältere Triebe werden in zu dichten Sträuchern bevorzugt entfernt. Während bei roten Johannisbeeren die Triebe durchaus bis zu fünf Jahre alt werden dürfen, bringen die schwarzen Johannisbeeren den besten Ertrag an den hellen einjährigen Trieben. Die dunklen, abgetragenen Triebe bodeneben abschneiden oder auf einen neuen Austrieb zurückschneiden.
  • Hat man eine Ecke im Garten, die brach liegt? Lege doch einfach eine Erdbeerwiese an! Anfang August ist immer noch gute Erdbeer-Pflanzzeit. Die Erdbeerwiese ‘Florika‘ bringt viele süße Früchte und wird nach der Ernte einfach mit Sense oder Rasenmäher gekürzt. Sie kann jahrelang an Ort und Stelle bleiben, im Gegensatz zu anderen Erdbeerkulturen. Es wird auch geraten, die Wurzeln vor der Pflanzung in diesem Fall nicht zu kürzen!

Wünsche allen eine reiche Ernte:
David Eberle, Balzers