Von der «Lichtpinzette» zum Urknall

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Die drei liechtensteinischen Nachwuchsforschenden bei der diesjährigen Lindauer Tagung: Reto Trappitsch, Franziska Strasser und David Hälg (v.l.).

Diese Woche findet die 69. Lindauer Nobelpreisträgertagung statt, die diesmal der Physik gewidmet ist.Seit elf Jahren nehmen auch junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Liechtenstein an der jährlich stattfindenden Tagung teil, die von der Universität Liechtenstein als akademischer Partner unterstützt wird.

Seit fast 70 Jahren findet in Lindau am Bodensee die Nobelpreisträgertagung statt. Die Kernthemen der diesjährigen Tagung sind Kosmologie, Laserphysik und Gravitationswellen. Rund 600 talentierte Studierende, Doktoranden und Postdoktoranden aus aller Welt, die sich in einem sehr kompetitiven Auswahlverfahren für die Teilnahme qualifizieren, haben die Möglichkeit, sich mit den 39 anwesenden Laureaten auszutauschen. Gleich drei Nachwuchsforsche aus Liechtenstein wurden dieses Jahr zur Tagung zugelassen und gaben amvergangenen Freitag an der Universität Liechtenstein einen spannenden Einblick in ihre Forschungsarbeiten. Die Veranstaltung brachte auch ehemalige «Liechtenstein Lindau-Alumni» wieder zusammen.

Mit «Lichtpinzetten» manipulieren
Franziska Strasser, Doktorandin an der Medizinischen Universität Innsbruck, stellte ihre Arbeit über «Optische Pinzetten» vor. Mittels hochkomplexer Lasertechnik, bei der die Lichtkraft extrem gebündelt wird, können kleinste Teile in der Grössenordnung von lebenden Zellen mit diesem neuen Forschungsinstrument untersucht und manipuliert werden.

Zellen in der dritten Dimension sichtbar
David Hälg, Physik-Doktorand an der ETH Zürich, forscht mit dem Magnetresonanz Kraftmikroskop. Zweidimensionale Abbildungen von lebenden Zellen können bereits gemacht werden. Nun wird auch die dritte Dimension dieser kleinsten Bausteine des organischen Lebens mittels mechanisch-magnetischer Methoden sichtbar, wie David Hälg eindrücklich schilderte.

Entstehung chemischer Elemente
Der am Lawrence Livermore National Laboratory (USA) arbeitende Liechtensteiner Physiker Reto Trappitsch stellte bei seiner Präsentation die Frage in den Mittelpunkt, wie sich nach dem Urknall die Elemente bilden konnten. In Körnern, die von Meteoriten stammen, findet man mikroskopisch kleine Gasvolumina, die noch aus der Zeit der Entstehung des Weltalls stammen. Mittels gigantischen Massenspektrometern ist es möglich, diese Gasvolumina zu analysieren und Rückschlüsse auf die Entstehung der Elemente zu ziehen.

Die anwesenden Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, höherer Bildungsstätten, Eltern und Freunde sowie «Liechtensteiner Lindau-Alumni» waren beeindruckt von der Möglichkeit, die Arbeiten dieser Liechtensteiner Nachwuchsforschenden kennenzulernen, die in Spitzeninstitutionen tätig sind. Beim anschliessenden Apéro fand ein reger Austausch mit den drei Jungforschenden statt.