Förderung junger, talentierter Studenten

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Mehr als 20 Studentinnen und Studenten der Universität Liechtenstein beteiligten sich beim Innovationsprojekt für zukunftsträchtige Geschäftsmodelle im Technopark Vaduz.

Die Förderung junger, talentierter Studenten und eine lokale Verankerung mit Blick auf das Internationale – zwei Ziele, welche das Sportmanagement-Unternehmen sporteo und die Universität Liechtenstein gemein haben. Daher haben sporteo-Gründer Josef Lenhart und Professor Alexander Zimmermann ein Innovationsprojekt zu zukunftsträchtigen Geschäftsmodellen im Technopark Vaduz initiiert.

Herr Lenhart, Herr Zimmermann, ein Siegerprojekt des Innovationsprojekts dreht sich um das Thema Fussball – gleichzeitig das Hauptgeschäftsfeld der sporteo AG. Was verbindet Sie persönlich mit diesem Sport?
Josef Lenhart:
Fussball war in jungen Jahren schon meine Leidenschaft und dann einige Jahre mein Beruf als Profi. Der Fussball hat mich auch nach Liechtenstein gebracht und er bestimmt bei sporteo auf den verschiedensten Ebenen immer noch mein Leben und unsere Arbeit – von der Medienarbeit über Marketing und die Spielerberatung bis zur Betreuung der Sportler. Allerdings steht sporteo auch anderen Disziplinen offen. Dementsprechend hiess die Aufgabenstellung für das Innovationsprojekt auch «Plattformbasierte Geschäftsmodelle für die Geschäftsbereiche der sporteo Sportmanagement AG».

Alexander Zimmermann: Mit meinen aktiven Ballkünste ist es leider nicht weit her. Ich bin ein klassischer Couchfussballer, verfolge aber oft Spiele mit grosser Begeisterung. Da ich von Deutschland zunächst in die Schweiz und dann nach Liechtenstein gekommen bin, wurde ich sportlich immer wieder entwurzelt und habe keinen Lieblingsverein. Ich fiebere aber mit den Vereinen meiner Arbeitskollegen mit.

Was darf man sich unter «plattformbasiert» vorstellen?
Alexander Zimmermann:
Plattformen haben zum Ziel, vielfältige Angebote zu bündeln und möglichst viele Menschen zu erreichen. Zu nennen sind hier zum Beispiel Amazon, Netflix, Facebook oder Airbnb. Diese Beispiele zeigen schon, wie breitgefächert die Einsatzmöglichkeiten plattformbasierter Geschäftsmodelle sind. Unseres Erachtens sollten wir dieses Feld aber nicht einfach den internationalen Grosskonzernen überlassen. Ähnliche Modelle lassen sich auch auf unsere Region herunterbrechen und für die lokale Industrie und für lokale Dienstleister nutzen. So kann sich der Mittelstand dank neuster Technologien international positionieren sowie schnell und mit überschaubarem Aufwand für viele Nutzer zugänglich sein. Die Fachsprache verwendet dafür den Begriff «Skalierbarkeit».

Josef Lenhart: So entstehen idealerweise Hybridmodelle, die ein bestehendes Geschäftsmodell mit neuen Plattformen ergänzen, welche die Stärken des Bestehenden nutzen und ausbauen. Dies gewährt einen Vorsprung gegenüber Start-up-Unternehmen, die von null anfangen.

Kommt hier sporteo mit seinem bestehenden Geschäftsmodell ins Spiel?
Josef Lenhart:
Auch, ja. In erster Linie ging es uns aber darum, talentierten und einsatzwilligen Studierenden eine Möglichkeit zu geben, ihr Wissen anhand realer Fälle in der Praxis anwenden können. Es liegt in unserer Unternehmensphilosophie, junge Menschen zu fördern. 

Alexander Zimmermann: Diese Förderung junger Menschen im Land und der Region ist natürlich auch für uns als Universität entscheidend. Dabei wollen wir sie zu unternehmerischem Denken befähigen; Entrepreneurship, um beim Namen des Studiengangs zu bleiben. Hierfür dürfen wir aber nicht nur im didaktischen Elfenbeinturm bleiben und den Studierenden theoretisches Handwerkszeug mitgeben. Gerade auch das Üben in der Praxis ist Gold wert. Diese interessanten Ausbildungschancen können wir aber nur im Schulterschluss zwischen der Universität und lokalen, international tätigen Unternehmen ermöglichen. 

Mit der Fokussierung auf neue Geschäftsmodelle stehen Sie in Liechtenstein in einer seit fast 100 Jahren bewährten und im Nachhinein betrachtet äusserst erfolgreichen Liechtensteiner Tradition …
Josef Lenhart:
… das stimmt. So ist bereits das erfolgreiche Treuhandgeschäft entstanden. Dies hat schon vor vielen Jahrzehnten gezeigt, dass es zur richtigen Zeit der richtigen Ideen bedufte. Um solche Chancen zu ergreifen, braucht es Schulen, welche die richtigen Grundlagen lehren. Fähige Arbeitskräfte gibt es grundsätzlich fast überall. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen müssen aber ausgebildet und ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert werden. Daher sind wir auch stets offen für Kontaktaufnahmen von innovativen Personen mit guten Ideen und bieten unsere Unterstützung an.

Alexander Zimmermann: Das Ganze beruht auf Gegenseitigkeit. Die Universität Liechtenstein ist auf attraktive Unternehmen in der Region angewiesen, um für Studierende und Arbeitskräfte anziehend zu wirken, möchte diesen Unternehmen aber auch etwas zurückgeben. So spannende Anlässe wie dieses Innovationsprojekt mit fortwährendem Coaching durch die Dozierenden sowie die Mitarbeitenden von sporteo und einem würdigen Abschlussevent an einer so wunderbaren Lokalität wie dem Technopark in Vaduz steigern die Attraktivität der Ausbildung natürlich erheblich. Dies erlaubt es uns, neue, talentierte Studierende zu erreichen, die dann wiederum später im Rheintal Fuss fassen und einen Beitrag zur Weiterentwicklung der erfolgreichen Unternehmenslandschaft leisten können. Zu diesen attraktiven Unternehmen zähle ich auch sporteo und ich schätze deren Engagement für unsere Studierenden ausserordentlich. 

Josef Lenhart: Das ist wirklich gegenseitig. Dort, wo erfolgreiche Unternehmensmodelle zu Hause sind, gibt es auch immer entsprechend gute Schulen. «In Liechtenstein zu Hause und tätig für die ganze Welt», dieser internationale Ansatz gilt für die erfolgreichen Unternehmen des Landes genauso wie für die Universität Liechtenstein. 

Sporteo-Gründer Josef Lenhart (r.) und Prof. Alexander Zimmermann (l.) von der UNI Liechtenstein im Gespräch mit lie:zeit Redaktor Heribert Beck.

Zu den Personen

Josef Lenhart (58),
stammt aus Zams in Tirol. Nach seiner Zeit als Fussballprofi in Österreich fand er als Spielertrainer beim USV Eschen-Mauren seinen Weg nach Liechtenstein. Lenhart wohnt seit 40 Jahren in Altach und hat 1986 in Eschen das Sportmanagement-Unternehmen sporteo gegründet, das seinen Sitz inzwischen in Schaan hat. Kontakt: j.lenhart@sporteo.cc

Alexander Zimmermann (39),
geboren in Düsseldorf, ist in Schaffhausen aufgewachsen. Heute wohnt er in St. Gallen. Er hat Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen studiert und ist seit letztem Jahr Inhaber des Lehrstuhls für Entrepreneurship und Strategisches Management an der Universität Liechtenstein. Kontakt: alexander.zimmermann@uni.li

Die Projekte und Sieger
Die vielfältigen Ideen der Teams haben der Jury die Auswahl der Sieger nicht leicht gemacht. Von Plattformen zur Vermittlung von jungen Spielern als Werbeträger, zur Ausbildung von Spielern während und nach Abschluss ihrer aktiven Karriere, oder zur Vermittlung von Trainern in aufstrebende Fussball-Nationen war alles dabei. Angesichts dieser Leistung hat sich sporteo entschieden, dass zwei Teams gewinnen und damit die Möglichkeit erhalten sollen, mit dem Unternehmen weiter an ihren Geschäftsideen zu arbeiten. Das eine Team stellte eine innovative Lösung zur flexiblen Gestaltung und Buchung von Bandenwerbung für KMUs vor, während das andere Team eine Plattformlösung zur Vermarktung von Sportevents als Teambuilding für Unternehmen entwickelte.