Was steckt hinter dem Liechtensteiner Trinkwasser?

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Dass wir jederzeit einwandfreies Trinkwasser aus dem Wasserhahn beziehen können, verdanken wir dem tagtäglichen Einsatz der Liechtensteiner Wasserversorgungen. Das mit der Aufsicht beauftragte Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen kann den Wasserversorgungen ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Zum heutigen, Tag des Wassers informiert das ALKVW über verschiedenste Fakten zum Trinkwasser in Liechtenstein.

Jederzeit Trinkwasser bester Qualität, direkt vom Wasserhahn – was für viele Menschen auf der Erde unvorstellbar ist, ist bei uns in Liechtenstein selbstverständliche Normalität.

Verantwortlich für diese Normalität sind sieben öffentliche Wasserversorgungen, die täglich mit höchster Sorgfalt um das „Lebensmittel Nr. 1“ bemüht sind. Naturgegeben sind die Rahmenbedingungen für diese Bemühungen sehr gut: Unsere Wasserversorgungen können bestes Grundwasser und 22 Quellgebiete mit insgesamt 90 Quellen für die Trinkwassergewinnung nutzen!

Das Quellwasser kann von seiner Zusammensetzung her praktisch mit jedem gekauften Mineralwasser mithalten. Um es als Trinkwasser ins Versorgungsnetz einleiten zu können, ist nur eine physikalische Aufbereitung mit UV- Bestrahlung nötig. Diese Massnahme eliminiert möglicherweise enthaltene, krankmachende Bakterien wirkungsvoll und ohne den Geschmack nachteilig zu beeinflussen. Denn der gute Geschmack, der auch der relativ hohen Härte unseres Wassers zu verdanken ist, ist für die Menschen in Liechtenstein ebenso selbstverständlich wie das Trinkwasser selbst: Wer einmal im Ausland chloriertes Leitungswasser erlebt hat, ist sich dessen sehr bewusst!

Der Anteil des Quellwassers am verbrauchten Trinkwasser ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich hoch. Landesweit steuern die Quellen im Jahresdurchschnitt ungefähr die Hälfte des benötigten Trinkwassers bei, die andere Hälfte liefern acht Grundwasserpumpwerke. Dabei ist die Qualität des Grundwassers so gut, dass es ohne jede Aufbereitung in das Trinkwassernetz eingeleitet werden kann. Auch diese Tatsache ist alles andere als selbstverständlich.

Damit das Trinkwasser in bester Qualität zum Wasserhahn kommt, betreuen die Wasserversorgungen neben den Quellfassungen und Pumpwerken 41 Reservoirs und gut 50 weitere Bauwerke wie z.B. Übergabeschächte, ausserdem knapp 430 Kilometer Hauptleitungen und 270 Kilometer Hausanschlussleitungen.

Erstellung, Kontrolle und Wartung der Infrastruktur liegen in der Verantwortung der Wasserversorgungen. Die zuständigen Gemeinden nehmen ihre Verantwortung für das Trinkwasser in diesem kostenintensiven Bereich sehr ernst. Sie investieren vorausschauend in einen hohen Standard, sodass die einwandfreie Qualität auch in Zukunft gewährleistet werden kann.

Die Aufgaben und Tätigkeiten der Wasserversorgungen werden durch hochentwickelte Prozessleitsysteme unterstützt und durch eine umfassende Qualitätssicherung untermauert. Dort ist auch die ständige Überwachung der Wasserqualität geregelt. Dazu werden einige „Kennwerte“ laufend online überwacht, sodass schon kleine Abweichungen von der Norm registriert werden und – falls nötig – Massnahmen ergriffen werden können.

Ausserdem werden in Absprache mit dem ALKVW regelmässig Proben erhoben und im Labor analytisch untersucht. Was zu untersuchen ist, wird je nach Situation basierend auf einer Risikobeurteilung festgelegt. Einerseits spielen mikrobiologische Untersuchungen eine grosse Rolle, weil gewisse Bakterien eine akute Gefährdung der Gesundheit mit sich bringen. Sie dürfen daher im Trinkwasser nicht nachweisbar sein.

Andererseits wird das Wasser aber auch auf chemische Stoffe untersucht, die eher einen Langzeiteffekt auf die Gesundheit hätten, wenn sie in zu grossen Mengen im Trinkwasser anzutreffen wären. Beispiele hierfür sind Pestizid- und Arzneimittelrückstände, Nitrat und Schwermetalle.

Auch in Bezug auf diese Substanzen steht das Liechtensteiner Trinkwasser sehr gut da. Dieser Umstand ist nicht zuletzt dem umfassenden Schutz der Einzugsgebiete der Quellen und Pumpwerke zu verdanken. Durch Verordnungen ist für Quellgebiete und Grundwasserpumpwerke jeweils sehr genau geregelt, welche Tätigkeiten bzw. Substanzen wo und wann erlaubt sind, damit die Wasserressourcen ausreichend geschützt sind. Dass diese Vorgaben auch tatsächlich eingehalten werden, kontrollieren die Wasserversorgungen, unterstützt vom Amt für Umwelt.

Weitere Informationen über das Trinkwasser in Ihrer Gemeinde erhalten Sie direkt bei der zuständigen Wasserversorgung oder auch im Internet unter www.trinkwasser.ch.