Ruggell und der LFV bauen gemeinsam für die Zukunft

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V.l., LFV Praesident Hugo Quaderer, Ruggells Gemeindevorsteherin Maria Kaiser-Eberle und FC Ruggell Praesident Andreas Kollmann, bei ihren Ausfuehrungen, aufgenommen am Dienstag, 12. Maerz 2019, beim Spatenstich des neuen Nationalmannschaftszentrum des Liechtensteiner Fussballverbandes und der Gmeinde Ruggell auf der Sportanlage Widau in Ruggell. Foto & Copyright: Eddy Risch.

Einen historischen, aber auch emotionalen Moment erlebten die über 50 anwesenden Personen als heute um 10.59 Uhr der Vertrag zwischen der Gemeinde Ruggell und dem Liechtensteiner Fussballverband für den gemeinsamen Ausbau des Freizeitpark Widau und der Realisierung des LFV- Nationalmannschaftszentrums in Ruggell unterschrieben wurde.

Die Gemeinde Ruggell und der Liechtensteiner Fussballverband LFV bauen als gleichberechtigte Partner gemeinsam für die Zukunft, sie sanieren den Freizeitparks Widau und bauen das Nationalmannschaftszentrums für den LFV. Damit geht ein langersehntes Projekt in die definitive Umsetzung: Ein absoluter Freudentag für den Fussball in Liechtenstein. «Es fühlt sich super an», betonte Ruggells Vorsteherin Maria Kaiser-Eberle und LFV-Präsident Hugo Quaderer unterstrich: «Es ist eine riesige Erleichterung und eine grosse Freude zugleich, dass wir dieses Projekt nun starten können.» Dass das Projekt in Ruggell umgesetzt wird, freute insbesondere FC-Präsident Andreas Kollmann: «Auch wir als Fussballclub sind Sieger.»

Spielfelder werden teils abgedreht
Der Freizeitpark Widau wird nach 15 Jahren intensiver Nutzung saniert, modernisiert, ausgebaut und den wachsenden Bedürfnissen wie zum Beispiel Garderobenkonzept mit Trennung der Bereiche für Frauen und Männer angepasst, wie Bauleiter Peter Büchel erklärte. Auf der bestehenden Fläche werden die Spielfelder teils neu angeordnet. Der Kunstrasen und die Beleuchtung werden erneuert. Der Kunstrasen wird um 90 Grad abgedreht und in FIFA-konformen Massen neu erstellt. Der bestehende Hauptplatz wird nach Süden und das Spielfeld Nord Richtung Osten verschoben.

Unverändert bleibt das Spielfeld Süd, das neu mit einem Bewässerungssystem ausgestattet wird. Das Beachvolleyballfeld wird ebenso um 90 Grad abgedreht. Zudem wird ein neuer Fuss- und Radweg westlich der Spielfelder den Freizeitpark mit dem Industriering verbinden. Ebenso ist eine komplette Umzäunung des Areals sowie die Erneuerung der Beleuchtungsanlagen mit moderner LED- Beleuchtung vorgesehen. Südlich an den bestehenden Gebäudekomplex entsteht ein zweigeschossiger Neubau. Der Neubau wird vollumfänglich vom LFV getragen. Er umfasst den Bau von räumlich klar getrennten Garderoben für Frauen und Männer, von Arbeitsräumlichkeiten und verschiedenen Nebennutzungen. In der Begegnungszone wird es neben dem Spielplatz, auch Geräte für Fussballer geben, um zum Beispiel die Beweglichkeit zu testen. Der Skaterplatz wird zur Tennisanlage verschoben und gehört nicht zum Projekt.

7,1 Millionen Investitionskosten
Der Hochbau (Gebäude) wird im Mai gestartet und im Frühjahr 2020 fertiggestellt. Im Sommer 2020 sollen auch die Spielfelder wieder voll nutzbar sein mit schliesslich bis zu 18 Prozent mehr Spielfeld- Kapazität.

Das Bauprojekt wird mit einem vereinbarten Kostenschlüssel in Angriff genommen. Die Investitionskosten für das gesamte Projekt betragen 7,1 Millionen Franken. Das neue Gebäude kostet 2,1 Millionen und wird vollumfänglich vom LFV finanziert. Im Bereich des Tiefbaus fallen Kosten von 5,0 Millionen an. Der LFV wird gemäss Vereinbarung 3,5 Millionen (70 Prozent), die Gemeinde Ruggell 1,5 Millionen (30 Prozent) der Kosten übernehmen. Der Betriebsunterhalt wird zukünftig durch die Gemeinde Ruggell organisiert und durchgeführt. Der LFV beteiligt sich finanziell an den Betriebskosten für den Neubau wie auch für die Mehrfläche der Spielanlagen. Er erhält durch den Eintrag ins Grundbuch eine eigentümerähnliche Stellung. Der LFV kann für das Projekt UEFA- und FIFA-Gelder einsetzen. «Wir werden also auch nach der Fertigstellung des Nationalmannschaftszentrums auf gesunden finanziellen Beinen stehen», so Hugo Quaderer. Die Kosten der Gemeinde Ruggell werden über das laufende Budget abgedeckt, so dass keine Mehraufwände für die Steuerzahler anfallen, wie Maria Kaiser-Eberle erklärte.

Vertreter der Gemeinde Ruggell, des Liechtensteiner Fussballverbandes und des FC Ruggell reissen zusammen mit Spielerinnen und Spieler des FC Ruggell und des LFV den Kunstrasen als Spatenstich aus dem Boden, aufgenommen am Dienstag, 12. Maerz 2019, beim Spatenstich des neuen Nationalmannschaftszentrum des Liechtensteiner Fussballverbandes und der Gmeinde Ruggell auf der Sportanlage Widau in Ruggell. Foto & Copyright: Eddy Risch.

Wegweisend für Generationen
Der neue Freizeitpark wird ein Projekt von Generationen, wie Georges Lüchinger, Moderator der Medienkonferenz, betonte. Vor 61 Jahren wurde in Ruggell der erste Fussballplatz gebaut, derdamals 36’000 Franken kostete. Was damals unter der Initiative der 10 Gründungsmitglieder des FC Ruggell entstand, hat heute ungemein grössere Dimensionen angenommen. «Dass das definitiv lancierte Projekt zustande gekommen ist freut mich nicht zuletzt für die Jugend wahnsinnig», so Gerhard Öhri. Er ist einer der drei noch lebenden Gründungsmitglieder des FC Ruggell. Die neue Anlage ist ein Meilenstein. «Mit dieser Anlage erhält unsere Nationalmannschaft endlich ein Gesicht. Sie ein riesiger Schritt in die richtige Richtung», so ein euphorisch wirkender René Pauritsch, Technischer Leiter des LFV. Aus sportlicher Sicht sei es ein riesen Vorteil an einem Ort trainieren zu können, ist er überzeugt. Wegweisend wird das neue Zentrum auch für den Frauenfussball sein. Dank der optimalen Infrastruktur können auch für den im letzten Jahr geschaffenen Frauenfussball-Stützpunkt Nord beste Voraussetzungen verwirklicht werden. «Für uns ist das ein riesiger Fortschritt. Ich hoffe, dass wir in Zukunft mit einer starken Nationalmannschaft der Bevölkerung und dem Land Liechtenstein etwas zurückgeben können», so Fiona Batliner von den U16 Frauen. Freude herrschte übrigens auch bei der Schulklasse des ehemaligen Nationalspielers David Hasler, die extra für den Startschuss des neuen Projektes auf die Freizeitanlage kam. Das Projekt wird Initialzündung für eine erfolgreiche Zukunft, für die Nachwuchsarbeit und auch für weitere Projekte des LFV sein, wie zum Beispiel der Vision des TechnischenZentrums.