Wald und Wild, statt Wald vor Wild

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Hubertusfeier der Liechtensteiner Jägerschaft mit Ehrungen.

 

Hubertusfeier der Liechtensteiner Jägerschaft in Triesen

Rund 80 Jägerinnen und Jäger trafen sich am Samstag zur traditionellen Hubertusfeier in Triesen. Die Jagdhornbläser der Liechtensteiner Jägerschaft begrüsste die Gäste musikalisch bevor Pfarrer Christian Schlindwein die Hubertusmesse mit den Anwesenden bei der «Alten Eiche» feierte.

Pfarrer Schlindwein fasste in seiner Predigt zusammen, was die Jagd im Wesentlichen ausmacht und fügte hinzu, dass die Jagd in einem grossen Zusammenhang zu sehen ist. Nicht Einzelinteressen wie Trophäen sammeln oder wildes Schiessen stünden im Vordergrund, sondern, die Ausübung der Jagd sei als Teil einer Hege zu sehen, die den Lebensraum der Wildtiere, den Wald und die gesamte Natur mit einschliesst.

Abschliessend erteilte Pfarrer Schlindwein den Hubertussegen im Schein der Fackeln, die den Hubertushirsch in ein imposantes Licht rückten. Serge Walser konnte den ungeraden 14-Ender im Revier Bargella strecken.

Gedenken an verstorbene Mitglieder

Jägerschafts-Präsident Michael Fasel rief zum Gedenken an die verstorbenen Mitglieder Kaspar Büchel, Bruno Büchel und Tino Wohlwend auf. Seine offizielle Begrüssung fand anschliessend im Lawenasaal statt, wo er Jäger und Gäste herzlich willkommen hiess.

Noch intensivere Jagd würde das
Wild noch scheuer machen!

Dem gemeinsamen Aser folgte die Hubertusansprache des Präsidenten. Michael Fasel münzte die Hubertuslegende auf die heutige Zeit um und fragte kritisch, was St. Hubertus heute auf die Forderung sagen würde, das Wild ungeachtet der Weidgerechtigkeit drastisch, rücksichtslos und rasch zu reduzieren. Und der Präsident gab klare Antworten: Die Jagd müsse weiterhin weidgerecht, das heisst mit Anstand und einem guten Mass an Ethik ausgeführt werden. Eine noch intensivere Jagd würde das Wild noch scheuer machen, es noch weiter in die schwer zugänglichen, verbissempfindlichen Wälder treiben und den Schaden am Wald fördern. Und doch müssten die Wildbestände weiterhin so reguliert werden, dass die notwendige Waldverjüngung ohne technische Hilfsmittel aufkommen kann. Er schloss seine detaillierten und versierten Ausführungen mit dem Bekenntnis: «Ich werde meine Büchse nicht an den Nagel hängen, ich werde sie weiterhin führen, ich werde das mit Stolz tun, dem Wild mit Anstand nachstellen und ich werde mit meiner Tätigkeit einen spürbaren Beitrag leisten, dass neben dem Wild auch der Wald zu seiner Verjüngung kommt. Aber für mich wird die Satzung gelten Wald und Wild, nicht Wald vor Wild.»

Die traditionelle und selbst verfasste Hubertuslegende trug Markus Meier vor. Sie beschreibt Hubertus von Aquitaniens Wandel vom masslosen Jäger zum Bischof von Lüttich und soll die Jäger lehren, den Schöpfer im Geschöpf zu ehren und weidgerecht zu jagen.

Ehrungen und Rangverkündigung

Für 20 Jahre treue Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet Baptist Beck, Bertram Beck, Heidemarie Hainschwang, Werner Heeb, Silvio Jehle, Egon Kaiser, Arnold Laternser, Hans Mechnig, Philipp Meier, Peter Nägele, Carmen Perfler und Volker Schmid. Das Ehrenabzeichen für 50 Jahre durften Ferdi Foser, Josef Gassner und Toni Sele entgegennehmen.

Das diesjährige Hubertusschiessen, welches bereits am 13. Oktober stattfand, konnte Heinz Hagen für sich entscheiden vor Pascal Gassner und Thomas Bargetze. Die Revierwertung ging an das Revier Lawena und die Ehrenscheibe, darauf schiessen jeweils die zehn besten Schützen, durfte Martin Gassner mit nach Hause nehmen. Schützenmeister Theo Hoch nahm die Rangverkündigung und die Preisverteilung vor.

Mit einem Schlussbouquet warteten die Jaghornbläser unter der Leitung von Alex Ospelt und Marcel Noser auf, welche den ganzen Traditionsanlass in gewohnt eindrücklicher Weise umrahmt haben. (Markus Meier)