Offizieller Besuch des Erbprinzenpaares in der Ukraine

Bild: I.K.H. Erbprinzessin Sophie und S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein mit Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine und Gattin Maryna Poroschenko. Quelle: Mykola Lazarenko

 

Vaduz  – Auf Einladung des Präsidenten der Ukraine, Petro Poroschenko, weilten S.D. Erbprinz Alois und I.K.H. Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein vom 5. bis 7. Juni in der Ukraine. Im Zentrum des Besuchs stand der Austausch mit Präsident Poroschenko. Es handelte sich um den ersten offiziellen Besuch auf Ebene Staatsoberhaupt in der Ukraine. Im Januar 2017 hatte S.D. Erbprinz Alois den ukrainischen Präsidenten bereits zu einem Höflichkeitsbesuch auf Schloss Vaduz empfangen.

Das Erbprinzenpaar wurde am Mittwoch mit militärischen Ehren im neu renovierten Präsidentenpalast willkommen geheissen. Es folgte ein Vieraugengespräch zwischen Präsident Poroschenko und S.D. dem Erbprinzen. Bei einem Arbeitsmittagessen mit den jeweiligen Delegationen wurde der Austausch weiter vertieft. S.D. Erbprinz Alois würdigte die von der Ukraine durchgeführten Reformen und sprach sich für deren Fortführung aus. Liechtenstein unterstützt diese im Rahmen von Projekten der OSZE und des Europarats. Hilfe leistet Liechtenstein auch im humanitären Bereich. Die ukrainische Seite brachte zum Ausdruck, dass die liechtensteinische Unterstützung ausserordentlich geschätzt wird. Gegenstand der Gespräche war auch die Lage in der Ostukraine. S.D. Erbprinz Alois äusserte seine Besorgnis über die humanitäre Situation und betonte die Notwendigkeit einer friedlichen Lösung des Konflikts. Beide Seiten stellten zudem fest, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Liechtenstein und der Ukraine noch ausbaufähig sind. Mit dem Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und der Ukraine besteht eine gute Grundlage für den Wirtschaftsverkehr.

Treffen auch mit Premierminister Grojsman
und Parlamentspräsident Parubiy

Teil des Besuchs in der Ukraine bildeten ausserdem Treffen mit Premierminister Wolodymyr Grojsman und Parlamentspräsident Andriy Parubiy. Bei diesen wurden die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten bekräftigt. Positiv gewürdigt wurde von ukrainischer Seite die Zusammenarbeit in internationalen Organisationen sowie das starke Profil und der Einsatz Liechtensteins für die Einhaltung des Völkerrechts. Im Rahmen des offiziellen Programms legte das Erbprinzenpaar zudem einen Kranz beim Denkmal des Unbekannten Soldaten, Getreideähren beim HolodomorDenkmal und Blumen am Maidan nieder.

I.K.H. Erbprinzessin Sophie besuchte Rotes Kreuz

I.K.H. Erbprinzessin Sophie nutzte den Besuch in der Ukraine, um sich – zusammen mit der Gattin des ukrainischen Präsidenten – mit hochrangigen Vertretern des IKRK und des Ukrainischen Roten Kreuzes auszutauschen. Die beiden Organisationen erhielten in den letzten Jahren wiederholt Unterstützung vom Liechtensteinischen Roten Kreuz und dem Staat Liechtenstein. Sie leisten unentbehrliche Arbeit, insbesondere zur Linderung der prekären humanitären Lage in der Ostukraine.

Ein Besuch in Lemberg rundete den Aufenthalt in der Ukraine ab. Dort wurde das Erbprinzenpaar am Donnerstag vom Gouverneur und Bürgermeister empfangen. Auf dem Programm stand ausserdem die Übergabe eines liechtensteinischen Buchs für die Österreich Bibliothek in Lemberg. Seit 2003 besteht eine Kooperation mit den Österreich-Bibliotheken in 28 mittel-, ost- und südosteuropäischen

Staaten: jährlich werden die „Liechtenstein-Regale“ in diesen Bibliotheken mit Büchern aus Liechtenstein ausgestattet. Dies verschafft Liechtenstein und seiner Literatur eine erhöhte Sichtbarkeit in diesen Staaten. Den Abschluss der Ukraine Reise bildete ein Besuch im Kinderheim Pokrova. Dieses Heim, das rund 65 Waisenkindern eine Heimat bietet, wird seit Jahren vom Hilfswerk Liechtenstein unterstützt. (Elena Klien)