Gesundheitspolitik in der Krise!

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Der Zusammenhalt der Liechtensteinischen Ärzteschaft war im OKP-Streit mit der Regierung und dem Krankenkassenverband sehr gross. Bild: Medienkonferenz 13. Dezember 2016.
Ärzteschaft gegen "Einführung einer Staatsmedizin"

Das neue Jahr beginnt in Liechtenstein mit einer gesundheitspolitischen Krise! Die im Lande niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte werden den fälligen, neuen Kooperationsvertrag mit den obligatorischen Krankenkassen (OKP-Vertrag) nicht unterschreiben. Das bedeutet, dass die Rechnungen für medizinische Behandlungen ab dem 1. Januar 2017 direkt an die Patientinnen und Patienten gestellt werden. Diese  können oder müssen sich dann selbst um den Kostenersatz bei ihrer Krankenkasse bemühen.

Mit dieser Entscheidung, die von allen im Lande tätigen Ärztinnen und Ärzten mitgetragen wird, wehrt sich die Ärzteschaft gegen „die Einführung einer Staatsmedizin“, welche „die Bedürfnisse der Patienten mit Füssen“ tritt. Der Hintergrund dieser – aus der Sicht von Patienten – schlimmen Folge der nach Auffassung der Ärztekammer gescheiterten Tarifverhandlungen mit dem Liechtensteiner Krankenkassenverband (LKV) kommt nicht ganz überraschend.

Die in unserem Lande tätige Ärzteschaft sieht sich seit einigen Jahren einer von verschiedenen Vertretern der Landespolitik unangemessenen Kritik und Beschimpfung ausgesetzt, deren Folgen nun in erster Linie die künftigen Patienten trifft. Mit der geschlossenen Entscheidung der gesamten Ärzteschaft unseres Landes, ab dem 1. Januar 2017 „nicht mehr für den OKP tätig“ zu sein fällt auch die von den Ärzten bereits weitgehend vorbereiteten Abrechnungsformen im Rahmen des „tarif médical“ (Tarmed) dahin.

Die Ärzteschaft wehrt sich mit den erwähnten (und weiteren) Massnahmen dagegen, dass „Regierung und Kassenverband zukünftig  diktieren, das was, wann und wieviel der ärztlichen Leistung“ erbracht werden dürfen. Nach Meinung der Ärztescchaft verliert der Arzt damit „automatisch die Freiheit des ärztlichen Handelns und wird zum Staatsangestellten auf eigene Kosten“.

Die hier erwähnten Massnahmen wurden vom Vorstand der Ärztekammer am Dienstagmittag im Rahmen einer Medienkonferenz im SAL in Schaan formell bekanntgegeben. Dass es der Ärztekammer mit ihrer Position sehr ernst ist, dokumentierten u.a. gegen 50 Ärztinnen und Ärzte, die der Medienveranstaltung persönlich bewohnten und damit einen eindrucksvollen Rahmen  der Geschlossenheit der Ärztekammer bildeten.

 

 

 

 

 

 

 

 

13.12.2016 / wbw

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