Leserbrief von Norman Wille,
Buchenweg 1, Vaduz
Wer am 8. Oktober 2026 das Vaterland studiert hat, der konnte sehen, dass unsere fleissige Reise-Ministerin Monauni einmal mehr die Koffer gepackt hat. Diesmal gings zum Europarat in Strassburg. Dort sinnierte man bei Kaffee und Gipfeli auch über «Die Förderung demokratischer Strukturen.» Ich muss einen Augenblick nachdenken.
Aber klar: In heimischen Gefilden kümmert sich die Regierung geflissentlich um die «Pflege demokratischer Strukturen». Ich gehe davon aus, dass das der Grund ist, warum unseren Online-Zeitungen und auch dem «Radio ToGo» die Finanzierung in Frage gestellt wird. Klar, die Begründungen sind fadenscheinigster Natur, nicht nachvollziehbar und mühevoll aus den Fingern gesogen. Fast scheint es mir so, als hätte man unsere Schön-Wetter-Zeitung namens Vaterland vor unerwünschter Konkurrenz zu schützen. Und je länger ich darüber nachdenke, umso mehr verfestigt sich der Gedanke: Das Vaterland fährt unseren Feierabend-Politikern grundsätzlich nicht an den Karren. Zu sehr profitiert man von Millionenzahlungen. Das ist nett. Ich würde nur meinen, wir dürften mit unseren Online-Zeitungen ebenso nett umgehen.
Denn «nett» geht anders, meine Damen und Herren im Grossen Haus. Mir stösst noch heute sauer auf, mit welchen Winkelzügen (und die gab‘s todsicher) wir damals dem Volksblatt das Genick gebrochen haben. Es reicht schon, meine zweifelhaften Strippenzieher. Macht das Geld für die Online-Medien auf den Tisch. Denn das ist der beste Beitrag «zur Demokratie», die ihr vordergründig über allen Klee lobt. Ich erwarte, dass nicht nur Schönwetter-Magazine, sondern auch unsere Online-Medien vom Staat unterstützt werden. Ich werde das hier, ich weiss, ich bin penetrant, auch regelmässig nachfragen. Also, damit ihr es nicht vergesst. Mein ich. Denn Ihr vergesst viel. Und schnell.

