Daria Schlegel aus Mauren ist 20 Jahre jung und hat nach ihrem ausgezeichneten Lehrabschluss als Kauffrau FZ die Berufsmittelschule mit ebenso grossem Erfolg abgeschlossen. Derzeit arbeitet sie mit viel Engagement und Freude im Kundenzentrum der LIEmobil. Sie interessiert sich sehr für gesellschaftliche Themen, welche die
Jugend im Besonderen tangieren. Im Gespräch gibt sie einen Einblick, welche drei wichtigsten Agenden sie in Angriff nehmen würde, sässe sie für einen Tag auf dem Sessel der Regierungschefin.

 

Daria, du hast deine Lehre als Kauffrau FZ und anschliessend die Berufsmittelschule mit grossem Erfolg abgeschlossen. Was machst du heute?

Daria Schlegel: Nach meinem BMS-Abschluss habe ich mich dazu entschieden, zunächst Berufserfahrung zu sammeln. Deshalb bin ich heute berufstätig. Für mich war es wichtig, nach der intensiven Schulzeit wieder in die Arbeitswelt einzusteigen, neue Erfahrungen zu sammeln und mich persönlich sowie beruflich weiterzuentwickeln.

War die Berufsmittelschule eine besondere Herausforderung?

Die Berufsmittelschule war auf jeden Fall ein intensives Jahr. Ich habe die BMS in Vollzeit absolviert. Dadurch waren grosse Disziplin und Eigenverantwortung gefragt, da innerhalb eines Jahres sehr viel Stoff vermittelt wurde. Natürlich gab es anspruchsvolle Phasen, aber rückblickend war es eine sehr wertvolle Erfahrung. Ich habe fachlich viel dazugelernt.

Foto: Pamela Bühler

Wo arbeitest du derzeit und was sind deine weiteren beruflichen sowie persönlichen Ziele?

Ich arbeite bei LIEmobil. Angefangen habe ich im Kundencenter beziehungsweise am Empfang und konnte seither weitere Aufgaben übernehmen und Erfahrungen sammeln. Beruflich möchte ich mich laufend weiterentwickeln, neue Erfahrungen sammeln und mich zu einem späteren Zeitpunkt auch weiterbilden. Momentan geht es mir aber vor allem um Berufserfahrung und darum, herauszufinden, in welche Richtung ich mich langfristig entwickeln möchte.

Wie beurteilst du das Schul- und Ausbildungssystem? Wird man gut auf das Leben und auf die Berufswelt vorbereitet?

Grundsätzlich finde ich, dass man gut auf die Berufswelt vorbereitet wird. Besonders die Lehre finde ich sehr wertvoll, weil man bereits früh praktische Erfahrungen sammelt und gleichzeitig die schulischen Grundlagen vermittelt bekommt. Man lernt, Verantwortung zu übernehmen, selbständig zu arbeiten und mit unterschiedlichen Situationen umzugehen. Natürlich gibt es gewisse Dinge, die man erst mit der Zeit und durch eigene Erfahrungen lernt. Insgesamt finde ich aber, dass unser Ausbildungssystem viele Möglichkeiten bietet und eine gute Grundlage für den weiteren Berufsweg schafft.

Welche gesellschaftspolitischen Themen beschäftigen beziehungsweise bewegen dich besonders?

Seit Längerem beschäftigt mich die Diskussion rund um die Fristenlösung, weil das in den vergangenen Monaten gerade in Liechtenstein ein sehr aktuelles Thema war. Ich finde es spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Meinungen dazu sind und wie solche gesellschaftlichen Fragen diskutiert werden. Für mich ist es wichtig, dass Frauen
selbst für sich entscheiden können und ihre persönlichen Rechte bei diesem hochethischen Thema nicht per Strafrechtgesetz beschnitten werden. Auch habe ich mir sehr gewünscht, dass das Volk über die Fristenlösung abstimmen kann, da die Unterschriftensammlung für diese Volksinitiative an die 5000 Unterschriften zählte.

Auch das Thema Zuwanderung interessiert mich. Gerade weil Liechtenstein ein sehr kleines Land ist, finde ich die Frage interessant, wie sich Zuwanderung langfristig auf das Land, die Gesellschaft und beispielsweise auch den Wohnungs- und Arbeitsmarkt auswirkt.

Wird die Meinung der jungen Menschen von der Politik ausreichend gehört? Mit anderen Worten: Wie steht es mit Partizipation an der Entscheidungsfindung bezüglich diverser Themen, welche die Jugend betreffen?

Ich glaube, dass junge Menschen heute mehr Möglichkeiten haben, ihre Meinung einzubringen, zum Beispiel über Abstimmungen oder soziale Medien. Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass ihre Anliegen noch stärker berücksichtigt werden könnten. Ich glaube, dass dadurch das Interesse für politische Themen bei jungen Menschen noch gesteigert werden könnte. Ich denke auch, dass das Interesse an Politik bei vielen jungen Menschen noch ausbaufähig ist. Vielleicht würde sich das ändern, wenn politische Themen noch verständlicher und näher an ihrem Alltag vermittelt würden und junge Menschen stärker das Gefühl hätten, mit ihrer Meinung tatsächlich etwas bewirken zu können.

 

Foto: Pamela Bühler

 

Wenn du eine Woche auf dem Sessel der Regierungschefin sässest, welche drei Dekrete würdest du lancieren?

Das finde ich gar nicht so einfach zu beantworten. Mir wäre wichtig, dass junge Menschen stärker in Entscheidungen einbezogen werden und ihre Meinung mehr Gehör findet. Ausserdem würde ich mich dafür einsetzen, dass die Krankenkassenkosten nicht immer mehr zur Belastung werden. Gerade für Familien und Menschen mit weniger Einkommen sollte es Möglichkeiten geben, sie finanziell zu entlasten. Als dritten Punkt wäre mir wichtig, dass bei der zukünftigen Entwicklung Liechtensteins auch unsere Landschaft und Natur genügend berücksichtigt und bewahrt werden.

Was machst du in deiner Freizeit?

In meiner Freizeit verbringe ich gerne Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie. Ausserdem gehe ich sehr gerne ins Geräteturnen beim TV Eschen-Mauren und im Winter zum Skifahren. Diese Hobbys machen mir sehr viel Spass und geben mir einen guten Ausgleich neben der Arbeit. Eine besondere Vorfreude habe ich auf die World Gymnaestrada 2027 im Sommer 2027 in Lissabon.

Danke, Daria, für dieses sehr interessante und sympathische Gespräch.

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