Parteibühne: Martin Seger, DpL-Landtagsabgeordneter

 

Die Antworten der Regierung auf zwei Kleine Anfragen zur Sportförderung werfen eine grundsätzliche Frage auf: Weshalb unterhält das Liechtenstein Olympic Committee (LOC) einen eigenen Unterstützungsfonds für Schutzsuchende, während einheimische Familien mit finanziellen Schwierigkeiten auf Gemeinden, Sozialangebote und wohltätige Stiftungen verwiesen werden?

 

Seit 2022 wurden über diesen Fonds 26 liechtensteinische Sportvereine mit insgesamt 68’741 Franken unterstützt. Finanziert werden damit zusätzliche Kosten für Schutzsuchende, etwa für Trainingsteilnahmen, Sportmaterial, Sportcamps oder Trainingslager.

Der Fonds wurde mit 30’000 Franken aus dem Vereinsvermögen des LOC, 14’550 Franken vom Internationalen Olympischen Komitee und 30’000 Franken von liechtensteinischen Stiftungen finanziert.

Doch das LOC ist eine Organisation, die jährlich Millionenbeträge für die Sportförderung erhält. Rund 3.6 Millionen Franken werden über das LOC eingesetzt, weitere 1,6 Millionen über die Stabsstelle für Sport und über 9 Millionen Franken durch die Gemeinden.

Geld ist also vorhanden. Aber gelten für alle die gleichen Massstäbe?

Auf die Frage nach vergleichbaren Unterstützungsmöglichkeiten für liechtensteinische Familien verweist die Regierung unter anderem auf Sozialhilfe, Gemeindebeiträge, Kulturlegi und gemeinnützige Stiftungen.

Das ist bemerkenswert. Für Schutzsuchende besteht ein eigener Fonds, während einheimische Eltern mit knappem Budget auf andere Stellen verwiesen werden. Dabei können auch für sie Vereinsbeiträge, Sportausrüstung oder Trainingslager eine erhebliche Belastung darstellen.

Ich habe nichts dagegen, dass Schutzsuchende Sport treiben und in Vereinen integriert werden. Aber ich habe sehr wohl etwas dagegen, wenn bei der finanziellen Unterstützung unterschiedliche Massstäbe gelten.

Unsere Kinder nicht schlechter stellen als ein Kind mit Schutzstatus S.

Ein liechtensteinisches Kind aus einer finanziell schwachen Familie darf nicht schlechter gestellt werden als ein Kind mit Schutzstatus S.

Wenn das LOC einen Unterstützungsfonds unterhält, dann muss dieser allen finanziell bedürftigen Kindern und Jugendlichen offenstehen unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus.

Solidarität darf keine Einbahnstrasse sein. Wer Chancengleichheit predigt, muss diese auch gegenüber der eigenen Bevölkerung gewährleisten.

Sportförderung muss sich nach Bedürftigkeit richten und nicht nach dem Aufenthaltsstatus. Dass das Vaterland dieses Thema in der «Sapperlot»-Spalte ins Lächerliche zieht, zeigt zum wiederholten Mal, wie ideologisch getrieben diese Autoren sind.

 


BILD: Martin Seger, DpL-Landtagsabgeordneter, Schaan 


 

 

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