Parteibühne von Achim Vogt, DpL-Landtagsabgeordneter, Gschindstrasse 33, Triesenberg
Aktuell zeigt sich, welche Risiken mit der Digitalisierung einhergehen. Hackerangriffe gehören weltweit zu den Schlagzeilen. Selbst staatliche Einrichtungen und vermeintlich gut geschützte Systeme sind betroffen. Künstliche Intelligenz, Spionage und Quantentechnologien entwickeln sich rasant weiter.
Gerade deshalb sollten wir bei unserer staatlichen digitalen Identität «eID.li» genauer hinsehen. Die eID.li ermöglicht den Zugang zu verschiedenen, teilweise besonders sensiblen digitalen Dienstleistungen und soll zunehmend eine zentrale Rolle bei der sicheren Identifizierung übernehmen.
Doch wie liechtensteinisch ist unsere eID.li technisch tatsächlich?
Keines der in meiner Kleinen Anfrage des Oktober-Landtages aufgeführten Unternehmen hat seinen Sitz in Liechtenstein. Hinzu kommen Abhängigkeiten von internationalen Plattformbetreibern, da die eID.li-App über die App-Stores von Apple und Google verbreitet und aktualisiert wird.
Bemerkenswert ist zudem, dass einzelne der beteiligten Unternehmen bzw. Unternehmensgruppen auch im Militär- und Verteidigungsbereich tätig sind.
Auf meine Kleine Anfrage bestätigte die Regierung, dass externe Unternehmen definierte technische Leistungen für die eID.li erbringen. Dazu gehören Leistungen im Umfeld des sogenannten Identity Providers sowie die Bereitstellung von Zertifikaten. Die rechtliche Gesamtverantwortung verbleibt beim Land Liechtenstein.
Das muss nicht automatisch ein Sicherheitsproblem darstellen. Es wirft aber Fragen auf: Wer hat welche tatsächlichen Zugriffsmöglichkeiten? Welche Abhängigkeiten bestehen? Und wer trägt letztlich die Verantwortung, wenn etwas schiefgeht?
Interessant ist dazu ein Fazit der Campus Gespräche 2026 in der Drucksache DENKRAUM der Universität Liechtenstein. Ein Kleinstaat müsse seine Widerstandskraft stärken und digitale Abhängigkeiten beispielsweise durch offene Standards abbauen.
Genau diesen Gedanken sollten wir bei unserer staatlichen digitalen Identität ernst nehmen. Liechtenstein wurde erst vor kurzem Opfer einer brisanten Hackerattacke. Zu Täterschaft und Absicht liegen der Öffentlichkeit bis heute keine näheren Informationen vor.
Für mich bedeutet das nicht, die Digitalisierung zu stoppen. Im Gegenteil: Digitalisierung ja – aber clever und reflektiert. Und wir sollten aus den Geschehnissen unsere Lehren ziehen. Denn die Folgen eines Hacks oder eines Missbrauchs der digitalen Identität können für die Betroffenen gravierend sein.



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