Wer kennt ihn nicht. Er ist neben der Erstligamannschaft das grösste Aushängeschild, das der FC USV besitzt. Benno hat den Verein über 60 Jahre lang geprägt. Nicht umsonst trägt er zu Recht den Beinamen Urgestein, denn es gibt wohl kaum eine andere Persönlichkeit, die den im Jahre 1963 gegründeten Fussballclub so gut kennt wie er. Der 78-jährige Benno arbeitet noch heute täglich im USV-Büro im Sportpark. Dort hat sich eine vorzügliche Unterhaltung ergeben, und alte Erinnerungen über den Verein, Gott und die Welt wurden ausgetauscht.
Interview: Herbert Oehri
Benno, wann bist du dem FC USV Eschen/Mauen beigetreten?
Benno Gerner: Sommer 1964.
Dein Traum als Junge war es, Goali zu werden. Das hat nicht geklappt. Dann bist du vom Trainer im Feld aufgestellt worden. Erinnerst du dich noch an diese Zeit?
Damals bin ich direkt zu den B-Junioren gekommen und wurde auch als Goalie aufgestellt. In den Testspielen ging alles ganz gut. Aber beim ersten Meisterschaftsspiel mussten wir gegen die superstarken Ruggeller antreten, und ich durfte den Ball 16 Mal aus dem Netz holen. Danach hat mein Trainer gemeint, dass ich einen sehr guten Spannschuss hätte und er hat mich dann im Sturm aufgestellt. Prompt schoss ich im nächsten Spiel gegen den FC Balzers unser Tor. Allerdings verloren wir auch erneut deutlich – mit 1:6. Nach einer Saison bei den Junioren B kam ich zu den Junioren A. Da habe ich aber nur teilweise gespielt, da meine Ärzte meinten, dass ich etwas auf der Lunge hätte.
Wie waren die Anfänge beim FC USV?
Wie sagt man so schön: Aller Anfang ist schwer. Auf dem Presta-Platz gab es viel zu tun. Wir mussten Rasen mähen, Linien streuen, Mäuse fangen, damit die Dreckhaufen nicht immer mehr wurden, und so weiter in freiwilliger Arbeit selbst erledigen. Ich war erst ein paar Jahre beim Verein, als der ersten Mannschaft bereits der erstmalige Aufstieg in die 3. Liga gelungen ist. Bald einmal wurde auch eine zweite Mannschaft gemeldet. In der Juniorenabteilung hatten wir A-, B- und C-Junioren. Anfang der 1970er-Jahre hatten wir unter der Leitung von Herbert Oehri und Dietmar Hasler eine sehr erfolgreiche Junioren-Abteilung. Unsere Junioren A und B spielten in der Inter-Klasse. Im Jahr 1975 mit der Eröffnung des Sportparks wurden die Inter-Teams aufgelöst und die Spieler in die erste und zweite Mannschaft integriert. Am Ende der Saison 1975/76 konnte die erste Mannschaft in die 2. Liga und die zweite Mannschaft in die 3. Liga aufsteigen. Zudem hat die erste Mannschaft 1976, 1977 und 1978 dreimal in Folge den Liechtensteiner Cup gewonnen.
Wie die USV-Chronik festhält, wurdest du 1975 in den Vorstand gewählt. Kannst du dich an deine verschiedensten Funktionen noch erinnern? Und welche machten dir am meisten Spass?
Als Funktionär hatte ich diverse Aufgaben. So wurde ich nach meiner Rückkehr aus England ab April 1969 Betreuer der Junioren A. Als Trainer hatten wir damals den österreichischen Nationalspieler Helmut Metzler, und wir wurden im Sommer 1969 auch Junioren-A-Landesmeister. Ab Sommer 1969 war ich bis 1975 Coach der zweiten Mannschaft. Von 1975 bis 1982 war ich Coach der ersten Mannschaft und wurde gleichzeitig als Vertreter der Aktiven in den Vorstand gewählt. 2007 musste ich aus dem Vorstand austreten, da ich als Gemeinderat von Eschen das Amt des Vorsitzenden der Sportpark-Kommission übernahm. Doch 2008 hat mich Horst Zech als Protokollführer ohne Stimmrecht wieder in den Vorstand geholt. Dies liess sich mit dem Amt bei der Gemeinde vereinbaren. Seit der ausserordentlichen GV im November 2025 bin ich wieder ordentliches Vorstandsmitglied. Zudem gehöre ich seit April 2026 wieder dem Staff der ersten Mannschaft an. Seit Februar 2007 und bis heute arbeite ich ausserdem als Freiwilliger im USV-Büro.
Die schönste Zeit war, als wir während der sieben Jahre, in denen ich Coach der ersten Mannschaft war, den Aufstieg in die 2. Liga geschafft haben. Zudem spielten wir in dieser Zeit fünfmal im Cupfinale, das wir, wie gesagt, 1976, 1977 und 1978 gewinnen konnten. Ein besonderes Highlight war natürlich auch der Cupsieg 2012 mit der anschliessenden Teilnahme in der Europa-Liga mit dem Spiel in Island.
Der Verein gehört seit der Saison 2008/09 ununterbrochen der 1. Liga Classic an. Nun haben sich einige Sponsoren zurückgezogen. Hat sich dies auf die Qualität des Erstliga-Kaders ausgewirkt?
Die derzeitige Mannschaft hat bestimmt dieselbe Qualität wie das letztjährige Team.

Wo sind die wichtigsten Baustellen im Verein? Wie man hört und liest, stand es um die Wahlzeit des Vorstands im Frühjahr 2026 vor allen Dingen im Finanzbereich nicht zum Besten. Wie steht der Verein heute da?
Im Moment liegen wir in allen Bereichen in den Budgetzahlen. Wir bemühen uns, zusätzliche Sponsoren zu finden.
Zum Schluss eine Frage mit Blick in die Zukunft: Wo siehst du die 1. Mannschaft des FC USV Eschen/Mauren in fünf Jahren? Als Vorbild für die Jugend, als Aushängeschild? Und wie siehst du die Entwicklung im Nachwuchsbereich des Clubs? (Rückläufige Mitgliedszahlen?)
Ich hoffe, dass wir mit der ersten Mannschaft in den nächsten fünf Jahren weiterhin in der 1. Liga Classic spielen. Die erste Mannschaft ist meines Erachtens immer das Aushängeschild eines Clubs. Mit der Verjüngung des Teams dürfen die Jugendlichen hoffen, dass sie irgendwann auch zur ersten Mannschaft stossen. Daher ist sie bestimmt auch ein Vorbild für die Jugend. Mit der zweiten Mannschaft versuchen wir, baldmöglichst wieder in die 3. Liga aufzusteigen. Im Jugendbereich haben wir alles andere als rückläufige Zahlen. Dort geht es uns vor allem um die Förderung im Breitensport. Aber auch diesbezüglich gehen wir mit der einen oder anderen Mannschaft schon wieder in die Richtung von Promotion-Teams, was sehr erfreulich ist.
Vielen Dank, Benno, und noch viel Freude bei deiner Arbeit für die Jugend.


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