Das Amt für Auswärtige Angelegenheiten lud am Mittwoch,
9. September 2026, zivilgesellschaftliche Organisationen aus Liechtenstein zu einem NGO-Dialog ein. Der diesjährige Dialog
widmete sich den Chancen des EWR-Zivilgesellschaftsfonds für Organisationen und Vereine in Liechtenstein. Er wurde in Zusammen-arbeit mit der Mission in Brüssel sowie mit dem Financial Mechanism Office, dem Sekretariat des EWR-Finanzierungsmechanismus, durch-geführt.
Der NGO-Dialog 2026 bot wiederum Raum für Informationen und Austausch, insbesondere über mögliche neue grenzüberschreitende Partnerschaften. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie liechtensteinische NGOs Partnerorganisationen in den Empfängerstaaten finden, ge-meinsame Projektideen entwickeln und dafür Fördermöglichkeiten des EWR-Zivilgesell-schaftsfonds nutzen können.
Der EWR-Zivilgesellschaftsfonds unterstützt zivilgesellschaftliches Engagement in Bereichen wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, Antidiskriminierung, soziale Ge-rechtigkeit, Gleichstellung, Medienkompetenz sowie Klima- und Umweltschutz. Ziel ist es, eine lebendige und widerstandsfähige Zivilgesellschaft zu fördern.
Nach einer Einführung zum EWR-Zivilgesellschaftsfonds und den Kooperations- und Finanzierungsmöglichkeiten durch das Financial Mechanism Office stellte die SDG Allianz Liechtenstein vor, welche Unterstützung sie in ihrer Rolle als neuer Donor Contact Point in Liechtenstein bieten kann. So wird die SDG Allianz ihr Netzwerk künftig über aktuelle Ausschreibungen informieren und dabei helfen, Kontakte zu Organisationen in anderen europäischen Ländern herzustellen.
Die teilnehmenden «Fund Operators» aus Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien und der Tschechischen Republik – zivilgesellschaftliche Organisationen, welche die Programme in den einzelnen Empfängerstaaten verwalten – gaben zudem Einblick in ihre Arbeit, stellten länderspezifische Prioritäten vor und machten deutlich, in welchen Bereichen eine Zusammenarbeit mit Organisationen aus Liechtenstein möglich ist.
Wie solche Kooperationen konkret aussehen können, zeigte zudem ein Fallbeispiel aus der bisherigen Zusammenarbeit zwischen Polen und Liechtenstein: Die Batory Foundation als polnischer «Fund Operator» und die liechtensteinische Frauenrechtsorganisation infra berichteten von ihren Erfahrungen aus einem bilateralen Studienbesuch und gaben Einblick in den Mehrwert solcher Begegnungen für die zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit.
Der NGO-Dialog beinhaltete auch eine interaktive Matchmaking-Session. Dabei kamen liechtensteinische NGOs und «Fund Operators» aus den Empfängerstaaten miteinander ins Gespräch, loteten gemeinsame Interessen aus und diskutierten mögliche Ansätze für künftige Partnerschaften. Dadurch bot der NGO-Dialog nicht nur Informationen zu den Fördermöglichkeiten, sondern auch konkrete Anknüpfungspunkte für neue grenzüberschreitende Projekte.

