Leserbrief von Norman Wille,
Buchenweg 1, Vaduz 

 

Es ist einfach köstlich. Manche Dinge in unserem kleinen Land sind so durchsichtig wie ein Glas Wasser. So, wie ich persönlich von der Unterschriftensammlung an befürchtet habe, genau so läuft das Thema «Fristenlösung» wieder ab. Und dann unser  Landtag. Klar, in Zeiten, in denen es draussen bis zu 36 Grad hat, sitzt es sich kühl und gemütlich auf den grossen Stühlen im Landtag.

Anders kann ich mir nicht erklären, warum – einmal mehr – stundenlang dasselbe Geplauder wieder und wieder runtergeleiert wird, nur um am Ende zu keiner Lösung zu kommen. Im Grunde hat Daniel Salzgeber von der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP) es längst auf den Punkt gebracht: ««Es ist ein sehr persönliches und emotionales Thema, welches unterschiedliche Meinungen und Werte berührt.» Mit dem ersten Teil Ihres Satzes, Herr Salzgeber, bin ich einverstanden. Der zweite Teil ist ein Widerspruch in sich. Ein persönliches Thema berührt weder unterschiedliche Meinungen, noch besondere Werte. Es ist ein persönliches Thema – das eine ganz persönliche Entscheidung verlangt. Diese Entscheidung ist nicht einfach. Ja, sie verlangt Verantwortungsbewusstsein und Empathie.

Im Gegensatz zum Landtag spreche ich diese Fähigkeiten unseren Frauen nicht per se ab. Und am Ende, gut es ist die alte Leier, ich weiss. Aber wer fährt, in der Oeffentlichkeit stehend, schon dem Fürstenhaus an den Karren. Wenn sich irgend wann jemand findet, der das offen tut – den wähle ich in den Landtag. Genau solche Leute brauchen wir. Mut und die Bereitschaft, etwas zu sagen, auch wenn’s manchmal weh tut. Nur sind unsere Landtagsabgeordneten deutlich zu schmerzempfindlich. Das ist bedauerlich. Das sollten wir ändern.

 

 

 

 

 

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