Die Blaulichtorganisationen in Liechtenstein waren am vergangenen Wochenende mehrfach gefordert. Eine gemeldete mutmassliche Kindsentführung, ein spektakulärer Verkehrsunfall mit einem überschlagenen Fahrzeug, ein Brand in einer Schreinerei sowie ein Einbruch in ein Geschäftsgebäude hielten die Einsatzkräfte auf Trab. Hinzu kamen zahlreiche weitere Einsätze, darunter ein First-Responder-Einsatz, Abklärungen zu einer verdächtigen Person, Meldungen wegen Ruhestörungen sowie der Polizeieinsatz rund um das Fussballspiel FC Vaduz gegen den FC St. Gallen.

 

Gemeldete Kindsentführung konnte nicht bestätigt werden

Zu einem aussergewöhnlichen Einsatz kam es am Freitagabend in Ruggell an der Langackerstrasse. Gegen 19:36 Uhr ging bei der Landesnotruf- und Einsatzzentrale (LNEZ) die Meldung ein, wonach ein Kind von einer unbekannten Person aus einem Fahrzeug heraus angesprochen worden sei. Nachdem der Junge das Einsteigen verweigert habe, sei er ins Fahrzeug gezerrt worden und dieses anschliessend davongefahren. Beobachtet wurde der Vorfall von einem siebenjährigen Mädchen, das auf dem Vorplatz seines Wohnhauses spielte. Es informierte umgehend seinen Vater, welcher sofort die Landespolizei verständigte. Mehrere Patrouillen rückten unverzüglich nach Ruggell aus. Trotz intensiver Fahndung und umfangreicher Abklärungen konnte der gemeldete Sachverhalt jedoch nicht bestätigt werden. Auch ging bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Vermisstmeldung eines Kindes ein. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die beobachtete Situation missinterpretiert wurde und es sich möglicherweise um die rechtmässige Abholung eines Kindes – beispielsweise vom nahegelegenen Spielplatz – durch ein Elternteil handelte. Das siebenjährige Mädchen handelte in dieser Situation vorbildlich, indem es umgehend Alarm schlug. Es wurde nach dem Ereignis durch das Kriseninterventionsteam (KIT) Liechtenstein betreut.

Verkehrsunfall mit überschlagenem Fahrzeug

Am Samstag, kurz nach 21:00 Uhr, ereignete sich in Schaan an der Duxgasse ein Verkehrsunfall. Eine Fahrzeuglenkerin verlor in nicht fahrfähigem Zustand die Kontrolle über ihr Fahrzeug, kollidierte mit einem Betonpoller und überschlug sich anschliessend. Das Fahrzeug rutschte mehrere Meter talwärts.

Die Lenkerin erlitt Verletzungen unbestimmten Grades. Neben der Landespolizei standen der Rettungsdienst des Liechtensteinischen Roten Kreuzes sowie die Feuerwehr Schaan im Einsatz.

First-Responder-Einsatz in Eschen und Bendern

Am Sonntag wurde die Landespolizei um 06:33 Uhr  sowie um 16:30 Uhr zu einem First-Responder-Einsatz nach Eschen und Bendern disponiert. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes unterstützten die ausgerückten Polizeipatrouillen die medizinische Erstversorgung.

Brand in einer Schreinerei

Am Sonntagvormittag gingen bei der Landespolizei mehrere Meldungen über einen Brand auf dem Dach einer Schreinerei beim Tanzplatz in Schaan ein. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand das Dach bereits in Vollbrand. Die Feuerwehren Schaan und Vaduz brachten den Brand rasch unter Kontrolle. Aufgrund wiederkehrender Glutnester wurde zusätzlich ein privates Transportunternehmen aufgeboten, welches das Dach mittels Krans teilweise abtrug, sodass der Brand vollständig gelöscht werden konnte. Verletzt wurde niemand. Als mögliche Brandursache steht derzeit ein technischer Defekt an der Photovoltaikanlage im Vordergrund. Die Ermittlungen zur genauen Ursache werden durch den Kriminaltechnischen Dienst der Landespolizei geführt.

Einbruch in Geschäftsgebäude

In der Nacht auf Samstag brach eine unbekannte Täterschaft in ein Geschäftsgebäude in Schaan ein. Nachdem zunächst erfolglos versucht worden war, ein Fenster aufzuhebeln beziehungsweise einzuschlagen, verschafften sich die Täter über eine Türe Zutritt zum Gebäude. Im Inneren wurden sämtliche Umkleideschränke der Mitarbeitenden gewaltsam geöffnet. Zudem brachen die Täter in der Cafeteria zwei Automaten auf und durchsuchten anschliessend die Büroräumlichkeiten. Es entstand beträchtlicher Sachschaden.

Weitere Einsätze

Die Landespolizei rückte zudem wegen einer gemeldeten verdächtigen Person aus. Vor Ort stellte sich heraus, dass die betroffene Person derzeit obdachlos ist. Sie lehnte sämtliche angebotenen Hilfsleistungen der Landespolizei ab. Am Freitagabend wurde zudem eine Schlägerei beim Busbahnhof gemeldet. Die Abklärungen ergaben, dass es sich lediglich um eine Rangelei beziehungsweise Schubserei unter Bekannten handelte. Weiter gingen in Triesen drei Meldungen wegen Ruhestörungen ein, welche durch Patrouillen bearbeitet werden mussten. Zusätzlich stand die Landespolizei im Rahmen des Fussballspiels zwischen dem FC Vaduz und dem FC St. Gallen im Einsatz, um die Sicherheit der Zuschauerinnen und Zuschauer sowie einen geordneten Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten. Bei diesem Einsatz wurde die Landespolizei mit Polizeikräften aus der Ostschweiz unterstützt.

Der Rettungsdienst wurde über das Wochenende an acht Einsätze disponiert. lpfl

 

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