Der Triesner Mountainbiker Felix Sprenger glänzt an der EM im Cross-Country mit Rang 13. – Romano Püntener überzeugt im Short Track mit Rang 14
12. Mountainbike-Europameisterschaft am Monte Ceneri im Tessin. Mit grosser Vorfreude und entsprechenden Erwartungen standen die beiden LRV-Athleten Felix Sprenger und Romano Püntener am Sonntag am Start des Cross-Country-Rennens der U23. Beide in einer Topverfassung, wie die Resultate vom Donnerstag im Short Track zeigten. Mit dem 12. Rang egalisierte Romano Püntener dort im gut besetzten Teilnehmerfeld sein Saison-bestresultat von Yongpyong (Südkorea) zum Saisonauftakt. Felix Sprenger fuhr auf den starken 14. Rang.
Technisch auf die LRV-Fahrer zugeschnitten
Zwei Top-15-Platzierungen waren deshalb auch fürs Rennen über die Olympische Distanz die realistischen Erwartungen. In Rivera fahren die Athleten des Liechtensteiner Radfahrerverbandes seit ihrer Jugend die Rennen des Swiss Bike Cup. Die Strecke ist fast ausschliesslich Natur belassen. Es gilt Felsen zu erklimmen oder diese in Abfahrten zu bewältigen. Es gibt jede Menge lose Steine, die in jeder Runde an einem anderen Ort liegen. «Eine richtige Mountainbike-Strecke», hörte man hier und dort. In einer Zeit, in der die neuen, modernen Rennen immer schneller werden, können hier nur die besten Techniker um den Sieg mitreden. An dieser Europameisterschaft kam trotz eines kurzen Regens vor dem Start die Hitze dazu, die das Rennen zu einer Herkules-Aufgabe machte.
Spass und Freude bei Felix Sprenger
Felix Sprenger startete gut ins Rennen, konnte bei den technischen Stellen effizient fahren und seine Pace durchziehen. In der zweiten Rennhälfte hatte er meist freie Fahrt: «Dadurch konnte ich meine Linie fahren, was am Ende entscheidend war. «Auf dieser technischen und abwechslungsreichen Strecke, angefeuert von den vielen Fans, machte es heute richtig Spass», so der Triesner. Die Freude über seinen starken 13. Rang in einem nahezu perfekten Rennen zeigte der 20-Jährige bei der Zieldurchfahrt mit einer geballten Faust. Im Ziel konnte er immer wieder Gratulationen entgegennehmen. «Es machte es sehr speziell, diesen Erfolg vor vielen Fans aus Liechtenstein und der Schweiz zu feiern», freute er sich.
Da habe ihn auch der Regen kurz vor dem Start nicht aus dem Konzept gebracht: «Ich war für alles gewappnet, liess mich nicht aus der Ruhe bringen und zog meinen Plan durch.» Mit diesem Top-Resultat im hochkarätigen Feld konnte sich Sprenger gegenüber der letzten Europameisterschaft vor einem Jahr um zwölf Positionen verbessern. Für ihn, der die dritte Saison in der U23 fährt, ist der 13. Rang eine Belohnung für das harte Training und neben dem 13. Rang im Weltcup von Lake Placid 2025 der wohl grösste Erfolg in seiner bisherigen Karriere. «Was Felix Sprenger heute zeigte, war einfach stark», freute dies auch Nationaltrainer Urs Graf.
Es gilt, das Selbstvertrauen zurückzugewinnen
Nicht nach Wunsch läuft es hingegen Romano Püntener in der Disziplin über die Olympische Distanz. Er fühlte sich beim Short Track vom Donnerstag in guter Verfassung: «Die Beine drehten gut und die Vorfreude auf das Cross-Country-Rennen vom Sonntag war dementsprechend gross.» Doch dieses hatte er sich definitiv anders vorgestellt. Beim Start fiel einer der vor ihm ins Rennen gestarteten Favoriten aufs Oberrohr des Bikes, Püntener musste deshalb auch aus den Pedalen und komplett abbremsen. Dadurch verlor er schon früh sehr viele Positionen und Zeit. Hinzu kam weiteres Pech, denn auf der für Defekte sehr anfälligen Strecke wurde er nicht verschont. Bereits in der ersten Runde fing er sich einen platten Hinterreifen ein, wodurch er weitere Zeit auf die Spitze einbüsste. Dabei hatte er gehofft nach seinem starken Saisonstart in Südkorea seine technischen Fähigkeiten im Tessin ausspielen zu können und endlich auch auf europäischem Boden aufzutrumpfen.
«So ist es schwierig, die Freude am Sport nicht zu verlieren», haderte er, der diese Saison immer wieder vom Pech verfolgt wird. Dabei, so sind sich Urs Graf und Marcel Kuratli, Teamchef von Pünteners Team «Thömus Akros Youngstars, einig: «Romano Püntener gehört in diesem Feld in die Top 15.»
Es gilt nun, das in diesem Sport so wichtige Selbstvertrauen zurückzugewinnen, was alles andere als einfach ist. «Dafür habe ich leider kein Erfolgsrezept», sagte dazu auch Marcel Kuratli. Das Team mache keinen Druck, biete dem Schaaner die Plattform des U23-Teams um sich aufzufangen. Kuratli ist überzeugt, dass wenig fehlt, um neben den Erfolgen im Short Track (drei Top-15-Resultate in dieser Saison) auch im Cross-Country auf die Erfolgsstrasse zurückzukehren: «Wir stehen hinter Romano und glauben an ihn.»
Nun heisst es, sich mit einem gezielten Aufbau für das Saisonfinale vorzubereiten. «Auf uns wartet ein letzter, cooler Block in dieser Saison», sagt dazu Felix Sprenger mit grosser Vorfreude.
Nächstes Highlight Weltmeisterschaft
Das Saisonfinale bietet mit dem Weltcup in zwei Wochen in Les Gets (Fra), der WM in Val di Sole (It) Ende August und schliesslich den Überseerennen mehrere Highlights.
Liechtensteins U23-Mountainbiker haben mit den Rennen an der Heim-EM gezeigt, dass sie durchaus für weitere Glanzpunkte sorgen können. (Eing.
BILD: Der Liechtensteiner Mountainbiker Felix Sprenger (l.) aus Triesen zeigte an der EM im Cross-Country mit Rang 13 eine tolle Leistung. Foto: Andrea Kobler

